Prüfingenieur der GTÜ bei der Hauptuntersuchung.

Alle zwei Jahre ist sie fällig und keiner kommt drum herum: Die Hauptuntersuchung (HU) für Pkw ist eines der wesentlichen Elemente der Straßenverkehrsordnung und sorgt entscheidend mit für die Sicherheit auf unseren Straßen. Dennoch überzieht jeder dritte Fahrzeugführer den Termin zur Hauptuntersuchung. Dies hat eine des Verkehrsforschungsinstitutes IVT Research und des Vereins für Qualitätsmanagement in der Fahrzeugüberwachung herausgefunden. Wir zeigen hier auf, was alles zu beachten ist, um negative Folgen schon im Vorfeld zu vermeiden.

Ohne Plakette geht es nicht. Alle zwei Jahre muss die Hauptuntersuchung sein.

Verkehrsrisiken vermeiden

Ziel der Hauptuntersuchung ist die Schaffung der Verkehssicherheit. Fahrzeuge, die das außer acht lassen und mit Mängeln unterwegs sind, weil sie  diesen Termin versäumen, bringen ein Risiko in den Straßenverkehr, das vermeidbar ist. Diese laxe Einstellung ist zuweilen folgenschwer. Technische Defekte spielen nämlich eine entscheidende Rolle als Unfallursache – ein anderer Faktor ist das Fehlverhalten der Autofahrer.  So waren im Jahr 2015 nach Angaben der Datenbank Statista 3.630 technische Mängel ausschlaggebend für Unfälle mit Personenschaden. Spitzenreiter in der Mängelliste waren Bremsen, Reifen und Fahrwerk.

Die Durch von über einem Fünftel ist noch recht hoch.

Welche Fristen gelten?

Dem können vor allem die Autofahrer selbst entgegensteuern. Voraussetzung dafür sind Einsicht und Wissen in die entsprechenden Fakten zu Fristen, Strafen und Kosten der Hauptuntersuchung. Die Fristen der Hauptuntersuchung sind weithin bekannt: Alle zwei Jahre ist die HU fällig, nur Neufahrzeuge müssen erstmals nach drei Jahren zur HU. Das gilt für Fahrzeuge wie Pkw, Motorräder oder Oldtimer. Nur Taxen, Lkw oder schwere Wohnmobile unterliegen besonderen Fristen.

HU-Termin auf der Plakette richtig ablesen. Hier: Dezember 2016

Plaketten und Bußen

Leicht erkennbar ist der nächste Termin zur HU auf der Plakette auf dem hinteren Nummernschild. Dabei gibt die obere Zahl den fälligen Monat an, in der Mitte steht die Jahreszahl. Auch ändert sich die Farbe in jedem Jahr: rosa ist die Farbe für 2017, das Jahr 2018 wird grün.  Damit ist der Termin für die kommende HU vermerkt, der aber auch im Fahrzeugschein genannt ist. Wer den Termin zwei bis vier Monate verstreichen lässt, zahlt 15 Euro. 25 Euro werden fällig beim Überziehen von vier bis acht Monaten.  Alles darüber schlägt mit 60 Euro und einem Punkt zu Buche. Zudem sind die Prüforganisationen ab einer Fristüberschreitung von zwei Monaten zu einer sogenannte erweiterten HU berechtigt. Hier wird der technische Check mit weiteren Tests ergänzt – für einen 20-prozentigen Preisaufschlag, versteht sich. Seit 2012 darf die Plakette auch nicht mehr rückdatiert werden, stets gilt der Monat, in dem die HU stattgefunden hat.

 

Wer darf die Hauptuntersuchung durchführen und Plaketten vergeben?

Das dürfen derzeit nur vier Prüforganisationen, die beim KBA akkeditiert sind. Dazu gehören insbesondere die Dekra, der TÜV, die GTÜ und die KÜS. Die Preise inklusive der Abgasuntersuchung (AU) für die HU schwanken je nach Organisation und Bundesland für Autos zwischen 85 und 100 Euro. Vorher wollen die Prüfer allerdings die notwendigen Papiere sehen. Dazu gehört der Fahrzeugschein, die Papiere bzw. Gutachten für nachträgliche Um- und Anbauten sowie das Dokument zur Abgasuntersuchung, sofern dies eine Werkstatt gemacht hat. Vergeben die Prüfer die Plakette nicht, so müssen alle Mängel innerhalb eines Monats beseitigt werden. Dann erfolgt eine Nachprüfung.

Es gibt nicht nur den TÜV.

Assistenzsystem und Elektroautos

Bei Elektroautos entfallen einige Untersuchungen zum Motor- und Umweltmanagement. Dafür werden elektrische Anschlüsse, Ladeanschluss und Notschalter gecheckt. Auch die verschiedenen elektronischen Assistenzsysteme testen die Prüfer. Deswegen dauert die HU eventuell länger, ist aber nicht teurer.

Die richtige Vorbereitung

Autobesitzer sollten diesen Termin ganz unbedingt gut vorbereiten. Und zwar am besten in der Werkstatt. Denn diese kann etwaige Mängel sofort beseitigen und einen autorisierten Prüfer bestellen. So erspart in jedem Fall die Fahrt zur Prüforganisation und eine eventuelle Nachprüfung. Einer Forsa-Umfrage gemäß entscheiden sich bereits knapp drei Viertel der Autofahrer für diesen Weg. Ein Tipp am Rande: Grundsätzlich macht ein sauberes Auto den besseren Eindruck. So lohnt sich Waschen, Saugen, Putzen.