Rund ein Fünf­tel aller Fahr­zeu­ge sind mit defek­ten Stoß­dämp­fern unter­wegs. Laut TÜV-Sach­ver­stän­di­ger ver­län­gert sich der Brems­weg um 20 Pro­zent, womit sich die Unfall­ge­fahr deut­lich erhöht. Aber wor­an erkennt man, ob der Stoß­dämp­fer defekt und das Auto zu repa­rie­ren ist? Infor­ma­tio­nen und Tipps zur Dämpf­kraft fin­den Sie hier.

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Defek­te Stoß­dämp­fer sind gefähr­lich – las­sen Sie Ihre Dämp­fer regel­mä­ßig über­prü­fen (Quel­le: eggeeggjiew/stock.adobe.com)

Defekte Stoßdämpfer erhöhen Risiko für Unfälle

Jedes fünf­te Fahr­zeug rollt auf ver­schlis­se­nen Stoß­dämp­fern durch den Stra­ßen­ver­kehr. Das mut­maßt der Fahr­werks­her­stel­ler KYB nach eige­nen Ana­ly­sen. Kaput­te Stoß­dämp­fer ber­gen etli­che Gefah­ren: Laut den Sach­ver­stän­di­gen des TÜV ver­län­gern sie den Brems­weg um etwa 20 Pro­zent. Daher droht bei einer Not­brem­sung höchs­te Unfall­ge­fahr: Das Auto kommt ins Schleu­dern bezie­hungs­wei­se bricht aus, da die Räder den Kon­takt zur Stra­ße ver­lie­ren kön­nen. Auch das Aqua­pla­ning setzt schon bei mäßi­ge­rer Geschwin­dig­keit ein. Außer­dem funk­tio­nie­ren laut KYB die Sicher­heits­sys­te­me ABS und ESP nicht mehr ord­nungs­ge­mäß, weil die Räder zu wenig Boden­haf­tung haben.

Abge­nutz­te Stoß­dämp­fer und Federn erhö­hen den Ver­schleiß der Rei­fen und ande­rer wich­ti­ger Auto­tei­le wie Brem­se, Len­kung oder Rad­la­ger“, warnt Hans-Jür­gen Link von KYB. „Das Rei­fen­pro­fil wird regel­recht weg­ra­diert – bis zu 25 Pro­zent weni­ger Lauf­leis­tung kön­nen dabei her­aus­kom­men.“ Kost­spie­li­ge Fol­ge­re­pa­ra­tu­ren sind dann das Ergeb­nis.

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Kaputte Stoßdämpfer: Die schleichende Gefahr

Beson­ders gefähr­lich: Stoß­dämp­fer und Federn nut­zen sich so schritt­wei­se ab, dass es der Fah­rer kaum merkt. Nicht so wie ein Motor, der mehr oder weni­ger uner­war­tet aber doch plötz­lich sei­nen Geist auf­ge­ben kann. Durch min­der­wer­ti­ge Dämp­fer wird nach Aus­sa­ge des Exper­ten auch die Reak­ti­ons­zeit des Auto­fah­rers ver­län­gert. Stoß­dämp­fer sol­len Schwin­gun­gen der Federn dämp­fen – wes­we­gen die Bezeich­nung Schwin­gungs­dämp­fer deut­lich ange­brach­ter wäre. Die­se Wir­kung ver­lie­ren sie aber mit der Zeit durch Undich­tig­kei­ten im Dämp­fer­sys­tem.

Aus­tre­ten­des Öl ist meis­tens ein Zei­chen dafür, dass der Dämp­fer völ­lig am Ende ist. Der TÜV beur­teilt das dann als „erheb­li­chen Man­gel“ und ver­wei­gert die Pla­ket­te. Auf län­ge­ren Rei­sen machen schlech­te Stoß­dämp­fer den Pkw-Len­ker müde und bewir­ken zusätz­li­chen Stress. Außer­dem reagiert das Auto auf Sei­ten­wind emp­find­lich und kann aus der Spur gera­ten.

 

Defekte Dämpfer als Unfallursache

Die Kon­se­quen­zen defek­ter Stoß­dämp­fer kön­nen viel­fäl­tig sein. Da sich die­ser Feh­ler schlei­chend fort­setzt, sind mehr Autos betrof­fen, als gemein­hin ange­nom­men wird. Gro­ße Dämp­fer­her­stel­ler wis­sen das und haben Unter­su­chun­gen in Werk­stät­ten ange­strengt. So ergab eine Unter­su­chung des welt­größ­ten Dämp­fer­pro­du­zen­ten aus Japan KYB Kaya­ba in Kfz-Werk­stät­ten bei 3.065 Pkw, dass 22 Pro­zent mit defek­ten Stoß­dämp­fern unter­wegs waren. Und eine Stu­die des Insti­tuts für Ver­kehr und Umwelt über Unfäl­le bei 10 Jah­re alten Pkw oder sol­chen mit 150.000 km Lauf­leis­tung stellt fest, das 50 Pro­zent durch schlaf­fe Dämp­fer zumin­dest mit ver­ur­sacht wur­den.

 

Regelmäßige Prüfung der Stoßdämpfer empfohlen

Der Her­stel­ler emp­fiehlt daher, Stoß­dämp­fer und Federn in der Kfz-Werk­statt regel­mä­ßig kon­trol­lie­ren zu las­sen, ab einer Lauf­leis­tung von 60 000 Kilo­me­ter sogar jähr­lich. „Am bes­ten ist es, Gas­druck-Stoß­dämp­fer und Federn in Erst­aus­rüs­tungs­qua­li­tät ein­zu­bau­en, die ein neu­es Fahr­ver­hal­ten, grö­ße­re Sicher­heit und höhe­ren Kom­fort bie­ten“, sagt Hans-Jür­gen Link.

Die DEKRA etwa emp­fiehlt Auto­fah­rern ab einer Lauf­leis­tung von etwa 80.000 km sogar eine Dämp­fer­prü­fung alle 20.000 km durch­füh­ren zu las­sen. Das geht bei einer Inspek­ti­on, aber auch beim sai­so­na­len Rei­fen­wech­sel, wenn doch die Räder schon mal ab sind. Mög­lich ist eine Sicht­prü­fung, aber auch ein Funk­ti­ons­test mit ent­spre­chen­den Test­ge­rä­ten. Der Ersatz soll­te min­des­tens paar­wei­se, am bes­ten aber rund­um erfol­gen.

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Die Stoß­dämp­fer sind sicher­heits­re­le­van­te Bau­tei­le und ver­die­nen mehr Beach­tung.

 

Prüfung der Stoßdämpfer beim Reifenwechsel

Ostern oder Okto­ber ist es wie­der soweit. Som­mer­rä­der run­ter und Win­ter­rä­der drauf – oder umge­kehrt. Nur die Räder? Ver­mut­lich. Aber wenn die Räder schon mal ab sind und das Fahr­zeug auf der Hebe­büh­ne steht, dann ist das eine sehr gute Gele­gen­heit zu einer Prü­fung der Stoß­dämp­fer. Dies setzt den Blick auf die Stoß­dämp­fer und die Federn frei, denn deren War­tung wird meist ver­nach­läs­sigt und eine bes­se­re Mög­lich­keit gibt es fast nicht die Stoß­dämp­fer zu prü­fen.

 

Risiken defekter Stoßdämpfer

Risiko 1: Verlängerter Bremsweg

So wis­sen die Auto­fah­rer, die in einem Auto mit defek­ten Dämp­fern sit­zen, oft nicht, in wel­cher Gefahr sie sich befin­den. Tests durch den TÜV haben erge­ben, dass sich der Brems­weg dadurch um enor­me 20 Pro­zent ver­län­gern kann. Schlaf­fe Dämp­fer kön­nen bei Tem­po 80 den Brems­weg bis zu 6 Meter ver­län­gern. Der Grund liegt dar­in, das ein schwa­cher Dämp­fer das Rad wäh­rend des Brems­vor­gan­ges nicht am Boden hal­ten kann, weil das Rad immer nach­fe­dert. Wenn die Boden­haf­tung nicht dau­ernd vor­han­den und das Rad für Sekun­den­bruch­tei­le schwebt, wird der Brems­weg län­ger und län­ger. Das ist nicht alles: Auch ABS und ESP kön­nen so nicht mehr rich­tig funk­tio­nie­ren, wenn die Räder zu wenig Boden­kon­takt haben.

 

Risiko 2: Reifen werden beschädigt

Die man­geln­de Funk­ti­on der Stoß­dämp­fer wirkt sich zudem auf ande­re Fahr­zeug­tei­le aus. Vor allem die Rei­fen kom­men hier in Mit­lei­den­schaft. Weil das Rad nach jeder Uneben­heit nicht zur Ruhe kommt, son­dern wenig gedämpft wei­ter federt und springt, wird das Pro­fil um so mehr gera­de­zu weg­ra­diert. Der Fach­mann kann aller­dings die­se Aus­wir­kung defek­ter Stoß­dämp­fer am unein­heit­li­chen Abrieb­bild des Rei­fen­pro­fils sehen. Des­halb beginnt die Dämp­fer­prü­fung schon mit einem Blick auf das Rei­fen­pro­fil. Für den­je­ni­gen aller­dings, der län­ger mit abge­nutz­ten Dämp­fern fährt, ist das ein teu­res Ver­gnü­gen. Denn defek­te Dämp­fer kön­nen die Lauf­leis­tung bis zu 25 Pro­zent min­dern.

 

Risiko 3: Schleudergefahr wegen defekter Dämpfer

Das ist nicht alles. So setzt auch Aqua­pla­ning frü­her ein. Defek­te Dämp­fer wer­den zum ech­ten Sicher­heits­ri­si­ko bei mehr oder weni­ger hek­ti­schen Lenk­be­we­gun­gen, wie sie bei Aus­weich­ma­nö­vern oder Kur­ven­fahrt schon mal nötig wer­den kön­nen. Je nach Geschwin­dig­keit und Bela­dung kann es hier zu gefähr­li­chen Situa­tio­nen kom­men. Das Fahr­zeug schau­kelt sich gefähr­lich auf, bricht schnel­ler aus und ist schwie­ri­ger unter Kon­trol­le zu bekom­men. Wert­vol­le Meter kön­nen so ver­lo­ren gehen, die sogar über Leben und Tod ent­schei­den kön­nen.

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Defek­te Dämp­fer sind wie eine rol­len­de Zeit­bom­be: 22 Pro­zent der über­prüf­ten Autos waren mit schlaf­fen Dämp­fern unter­wegs.

 

Stoßdämpfer defekt? Anzeichen und Kosten

Stoß­dämp­fer spie­len für eine siche­re Fahr­wei­se und einen hohen Kom­fort eine ent­schei­den­de Rol­le. Reicht die Dämpf­kraft nicht mehr aus oder sind Bestand­tei­le kaputt, ver­schlech­tert sich das Fahr­ver­hal­ten und Sie ver­lie­ren im schlimms­ten Fall die Kon­trol­le über das Fahr­zeug. Ord­nungs­ge­mäß funk­tio­nie­ren­de Stoß­dämp­fer sind daher Pflicht. Aber wor­an erkennt man, ob der Stoß­dämp­fer defekt und das Auto zu repa­rie­ren ist? Infor­ma­tio­nen und Tipps zur Dämpf­kraft fin­den Sie hier.

 

Stoßdämpfer defekt – Schwingungen und andere typische Anzeichen

Die Über­prü­fung des Fahr­zeugs hin auf einen Defekt der Stoß­dämp­fer kann auch ein Laie vor­neh­men. Die­ser Test ist zwar nicht abso­lut sicher, reicht meis­tens aber aus, dass sich ein Ver­dacht erhär­tet und die Fahrt zur Werk­statt not­wen­dig wird. Rüt­teln Sie von außen kräf­tig am Fahr­zeug. Dau­ert das Ein­fe­dern auf­fäl­lig lan­ge, bzw. wippt das Fahr­zeug mehr­fach nach und fängt sich nicht schnell wie­der ein, könn­ten die Stoß­dämp­fer defekt sein.

Ein wei­te­res Anzei­chen für beein­träch­tig­te Stoß­dämp­fer sind ein schwam­mi­ges Fahr­ver­hal­ten und Schwin­gun­gen im Fahr­zeug. Zudem ist der Brems­weg ver­län­gert, wenn die Stoß­dämp­fer defekt sind. Hier liegt natür­lich auch das größ­te Risi­ko in einem defek­ten Stoß­dämp­fer. Da die Dämpf­kraft (ähn­lich wie die Seh­kraft der Augen) sich schlei­chend ver­schlech­tert, bemer­ken vie­le Auto­fah­rer den Man­gel oft erst viel zu spät.

 

Wann muss ich mit defekten Stoßdämpfern in die Werkstatt?

Grund­sätz­lich gilt: Bei Stoß­dämp­fern mit zu hohem Ver­schleiß soll­ten Sie das Fahr­zeug nicht wei­ter ver­wen­den. Eine Fahrt ist nur noch in die nächs­te Repa­ra­tur­werk­statt erlaubt, wenn einer der Stoß­dämp­fer defekt ist. Tat­säch­lich han­delt es sich bei der Beschä­di­gung der Stoß­dämp­fer in der Regel um einen schlei­chen­den Pro­zess. Manch­mal kann es Mona­te oder Jah­re dau­ern, bis sich die Ver­schlech­te­rung des Zustands zu einem ech­ten Pro­blem aus­wächst.

Ein wich­ti­ger Tipp: Zeigt das Pro­fil der Rei­fen eine ungleich­mä­ßi­ge Abnut­zung, ist ein Defekt der Stoß­dämp­fer wahr­schein­lich. Jetzt ist es Zeit für einen Besuch in der Werk­statt.

 

Wie lange halten Stoßdämpfer?

Für die Lebens­dau­er von Stoß­dämp­fern gilt ein Richt­wert von etwa 80.000 km, danach soll­ten Sie die Kom­po­nen­ten wech­seln las­sen. Es hängt jedoch von der indi­vi­du­el­len Fahr­wei­se ab, wie lan­ge die Stoß­dämp­fer in der Pra­xis tat­säch­lich hal­ten. Eben­falls zu berück­sich­ti­gen ist die Qua­li­tät der ver­bau­ten Kom­po­nen­ten. Fah­ren Sie häu­fig auf schlech­ten Stra­ßen, mit einer hohen Zula­dung oder mit hohen Geschwin­dig­kei­ten, ist mit einem erhöh­ten Ver­schleiß zu rech­nen.

 

Wie schont man seine Stoßdämpfer?

Um die Lebens­dau­er der Stoß­dämp­fer zu erhö­hen, soll­ten Sie Schlag­lö­chern unbe­dingt aus dem Weg gehen. Grund­sätz­lich emp­fiehlt sich eine fahr­zeug­freund­li­che Fahr­wei­se. Auf Kopf­stein­pflas­ter soll­ten Sie also zum Bei­spiel die Geschwin­dig­keit redu­zie­ren – so kommt es bei Stoß­dämp­fer in der Regel nicht häu­fig zu Repa­ra­tu­ren.

 

Kosten der Reparatur

Ist der Stoß­dämp­fer defekt wird in eine Repa­ra­tur der Fach­werk­statt durch­ge­führt. Die­se benö­tigt die ent­spre­chen­de Schlüs­sel­num­mer, die sich im Fahr­zeug­schein fin­det. Anhand der Schlüs­sel­num­mer ist eine Nach­be­stel­lung pas­sen­der Kom­po­nen­ten mög­lich ist. Die Kos­ten für die Repa­ra­tur der Stoß­dämp­fer kann stark vari­ie­ren. Das hängt zum einen von den Kos­ten der Bau­tei­le ab.

Dämp­fer für schwe­re SUVs bspw von BMW kön­nen pro Ach­se bis zu 400 Euro kos­ten. Bei klei­ne­ren Autos lie­gen die Kos­ten pro Ach­se oft unter 200 Euro. Hin­zu kommt der Arbeits­auf­wand. So ist mit Gesamt­kos­ten von etwa 200 bis 600 Euro pro Ach­se zu zu rech­nen. Die Kos­ten erhö­hen sich, wenn die Stoß­dämp­fer vor­ne und hin­ten gewech­selt wer­den müs­sen. In der Auto­werk­statt kommt das Auto sogleich auf die Hebe­büh­ne und die Rei­fen wer­den ent­fernt. Danach wer­den die Stoß­dämp­fer vom Rest der Rad­auf­hän­gung gelöst. Jetzt kön­nen die Mecha­ni­ker die Stoß­dämp­fer wech­seln.

 

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Tipp: Auf Gasdruck-Stoßdämpfer umsteigen

Sind noch älte­re Öldruck­dämp­fer ver­baut, so bie­tet sich die Chan­ce beim Wech­sel auf höher­wer­ti­ge Gas­druck-Stoß­dämp­fer umzu­stei­gen. Bes­se­res Fahr­ver­hal­ten, mehr Kom­fort und Sicher­heit sind die Fol­ge.