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Stoßdämpfer wechseln am Auto – Kosten, Reparatur und Anzeichen für Wechsel

Rund ein Fünftel aller Fahrzeuge sind mit defekten Stoßdämpfern unterwegs. Laut TÜV-Sachverständiger verlängert sich der Bremsweg um 20 Prozent, womit sich die Unfallgefahr deutlich erhöht. 

Stoßdämpfer sind wichtige Bauteile eines Autos. Zusammen mit den Laufflächen der Reifen haben sie einen besonderen Einfluss, wenn es um Fahrsicherheit, Bremsverhalten und Komfort geht. Doch auch Stoßdämpfer unterliegen dem Verschleiß und sind bei Bedarf zu wechseln. Erfahre hier, wann der richtige Zeitpunkt für den Stoßdämpferwechsel ist, wie man verschlissene Stoßdämpfer an seinem Fahrzeug erkennt und warum die Arbeiten an den Stoßdämpfern von einem Fachmann durchgeführt werden sollten.

  

Stoßdämpfer sind enorm wichtig für die Fahrsicherheit

Allerdings sind diese Fahreigenschaften auch schnell beeinträchtigt, wenn der Stoßdämpfer gewechselt werden muss. Schon wenn Stoßdämpfer an deinem Fahrzeug quietschen, sollten diese gewechselt werden. Aber neben dem Wechseln der Stoßdämpfer solltest du auch alle anderen Arbeiten am Stoßdämpfer einer Fachwerkstatt überlassen. Diese stehen nämlich unter enormer Spannung und es kann bei falscher Handhabung schnell zu gefährlichen Situationen kommen.

 

Defekte Stoßdämpfer erhöhen Risiko für Unfälle

Jedes fünfte Fahrzeug rollt auf verschlissenen Stoßdämpfern durch den Straßenverkehr. Das mutmaßt der Fahrwerkshersteller KYB nach eigenen Analysen. Kaputte Stoßdämpfer bergen etliche Gefahren: Laut den Sachverständigen des TÜV verlängern sie den Bremsweg um etwa 20 Prozent. Daher droht bei einer Notbremsung höchste Unfallgefahr: Das Auto kommt ins Schleudern beziehungsweise bricht aus, da die Räder den Kontakt zur Straße verlieren können. Auch das Aquaplaning setzt schon bei mäßigerer Geschwindigkeit ein. Außerdem funktionieren laut KYB die Sicherheitssysteme ABS und ESP nicht mehr ordnungsgemäß, weil die Räder zu wenig Bodenhaftung haben.

"Abgenutzte Stoßdämpfer und Federn erhöhen den Verschleiß der Reifen und anderer wichtiger Autoteile wie Bremse, Lenkung oder Radlager", warnt Hans-Jürgen Link von KYB. "Das Reifenprofil wird regelrecht wegradiert – bis zu 25 Prozent weniger Laufleistung können dabei herauskommen." Kostspielige Folgereparaturen sind dann das Ergebnis.

 

 

Defekte Stoßdämpfer – Anzeichen

Ein einfacher Test, um zu prüfen, ob die Stoßdämpfer noch Funktion aufweisen, ist das Aufschaukeln der Karosserie. Dazu kannst du im Fahrbetrieb einfach ein paar Schlangenlinien fahren und so ein Aufschaukeln der Karosserie provozieren. Fühlt sich die Fahrstabilität beeinträchtigt an, sollten die Stoßdämpfer untersucht und gegebenenfalls gewechselt werden. Aber bitte teste dies nur unter sicheren Bedingungen und achte dabei auf den Straßenverkehr. Am besten testest du auf einem großen einigermaßen leeren Parkplatz. 

Dass die Stoßdämpfer verschlissen bzw. defekt sind, kann vor allem an deutlich schlechterem Fahrkomfort, an verändertem Lenkverhalten sowie an geringerer Rückfederung spürbar sein. Einen genauen Stoßdämpfertest an deinem Fahrzeug können die Fachwerkstätten auf einem Prüfstand durchführen. 

 

Regelmäßige Prüfung der Stoßdämpfer empfohlen

Der Hersteller empfiehlt daher, Stoßdämpfer und Federn in der Kfz-Werkstatt regelmäßig kontrollieren zu lassen, ab einer Laufleistung von 60 000 Kilometer sogar jährlich. "Am besten ist es, Gasdruck-Stoßdämpfer und Federn in Erstausrüstungsqualität einzubauen, die ein neues Fahrverhalten, größere Sicherheit und höheren Komfort bieten", sagt Hans-Jürgen Link.

Die DEKRA etwa empfiehlt Autofahrern ab einer Laufleistung von etwa 80.000 km sogar eine Dämpferprüfung alle 20.000 km durchführen zu lassen. Das geht bei einer Inspektion, aber auch beim saisonalen Reifenwechsel, wenn doch die Räder schon mal ab sind. Möglich ist eine Sichtprüfung, aber auch ein Funktionstest mit entsprechenden Testgeräten. Der Ersatz sollte mindestens paarweise, am besten aber rundum erfolgen.

 

Prüfung der Stoßdämpfer beim Reifenwechsel

Ostern oder Oktober ist es wieder soweit. Sommerräder runter und Winterräder drauf – oder umgekehrt. Nur die Räder? Vermutlich. Aber wenn die Räder schon mal ab sind und das Fahrzeug auf der Hebebühne steht, dann ist das eine sehr gute Gelegenheit zu einer Prüfung der Stoßdämpfer. Dies setzt den Blick auf die Stoßdämpfer und die Federn frei, denn deren Wartung wird meist vernachlässigt und eine bessere Möglichkeit gibt es fast nicht die Stoßdämpfer zu prüfen.

 

Risiken defekter Stoßdämpfer

 

Risiko 1: Verlängerter Bremsweg

So wissen die Autofahrer, die in einem Auto mit defekten Dämpfern sitzen, oft nicht, in welcher Gefahr sie sich befinden. Tests durch den TÜV haben ergeben, dass sich der Bremsweg dadurch um enorme 20 Prozent verlängern kann. Schlaffe Dämpfer können bei Tempo 80 den Bremsweg bis zu 6 Meter verlängern. Der Grund liegt darin, das ein schwacher Dämpfer das Rad während des Bremsvorganges nicht am Boden halten kann, weil das Rad immer nachfedert. Wenn die Bodenhaftung nicht dauernd vorhanden und das Rad für Sekundenbruchteile schwebt, wird der Bremsweg länger und länger. Das ist nicht alles: Auch ABS und ESP können so nicht mehr richtig funktionieren, wenn die Räder zu wenig Bodenkontakt haben.

 

Risiko 2: Reifen werden beschädigt

Die mangelnde Funktion der Stoßdämpfer wirkt sich zudem auf andere Fahrzeugteile aus. Vor allem die Reifen kommen hier in Mitleidenschaft. Weil das Rad nach jeder Unebenheit nicht zur Ruhe kommt, sondern wenig gedämpft weiter federt und springt, wird das Profil um so mehr geradezu wegradiert. Der Fachmann kann allerdings diese Auswirkung defekter Stoßdämpfer am uneinheitlichen Abriebbild des Reifenprofils sehen. Deshalb beginnt die Dämpferprüfung schon mit einem Blick auf das Reifenprofil. Für denjenigen allerdings, der länger mit abgenutzten Dämpfern fährt, ist das ein teures Vergnügen. Denn defekte Dämpfer können die Laufleistung bis zu 25 Prozent mindern.

 

Risiko 3: Schleudergefahr wegen defekter Dämpfer

Das ist nicht alles. So setzt auch Aquaplaning früher ein. Defekte Dämpfer werden zum echten Sicherheitsrisiko bei mehr oder weniger hektischen Lenkbewegungen, wie sie bei Ausweichmanövern oder Kurvenfahrt schon mal nötig werden können. Je nach Geschwindigkeit und Beladung kann es hier zu gefährlichen Situationen kommen. Das Fahrzeug schaukelt sich gefährlich auf, bricht schneller aus und ist schwieriger unter Kontrolle zu bekommen. Wertvolle Meter können so verloren gehen, die sogar über Leben und Tod entscheiden können.

 

Wann muss ich mit defekten Stoßdämpfern in die Werkstatt?

Grundsätzlich gilt: Bei Stoßdämpfern mit zu hohem Verschleiß sollten Sie das Fahrzeug nicht weiter verwenden. Eine Fahrt ist nur noch in die nächste Reparaturwerkstatt erlaubt, wenn einer der Stoßdämpfer defekt ist. Tatsächlich handelt es sich bei der Beschädigung der Stoßdämpfer in der Regel um einen schleichenden Prozess. Manchmal kann es Monate oder Jahre dauern, bis sich die Verschlechterung des Zustands zu einem echten Problem auswächst.

Ein wichtiger Tipp: Zeigt das Profil der Reifen eine ungleichmäßige Abnutzung, ist ein Defekt der Stoßdämpfer wahrscheinlich. Jetzt ist es Zeit für einen Besuch in der Werkstatt.

 

Wie lange halten Stoßdämpfer?

Für die Lebensdauer von Stoßdämpfern gilt ein Richtwert von etwa 80.000 km, danach sollten Sie die Komponenten wechseln lassen. Es hängt jedoch von der individuellen Fahrweise ab, wie lange die Stoßdämpfer in der Praxis tatsächlich halten. Ebenfalls zu berücksichtigen ist die Qualität der verbauten Komponenten. Fahren Sie häufig auf schlechten Straßen, mit einer hohen Zuladung oder mit hohen Geschwindigkeiten, ist mit einem erhöhten Verschleiß zu rechnen.

 

Wie schont man seine Stoßdämpfer?

Um die Lebensdauer der Stoßdämpfer zu erhöhen, sollten Sie Schlaglöchern unbedingt aus dem Weg gehen. Grundsätzlich empfiehlt sich eine fahrzeugfreundliche Fahrweise. Auf Kopfsteinpflaster sollten Sie also zum Beispiel die Geschwindigkeit reduzieren – so kommt es bei Stoßdämpfer in der Regel nicht häufig zu Reparaturen.

 

Aufwand und Kosten beim Wechsel der Stoßdämpfer in der Fachwerkstatt

Ist der Stoßdämpfer defekt wird in eine Reparatur der Fachwerkstatt durchgeführt. Diese benötigt die entsprechende Schlüsselnummer, die sich im Fahrzeugschein findet. Anhand der Schlüsselnummer ist eine Nachbestellung passender Komponenten möglich ist. Die Kosten für die Reparatur der Stoßdämpfer kann stark variieren. Das hängt zum einen von den Kosten der Bauteile ab.

Dämpfer für schwere SUVs bspw von BMW können pro Achse bis zu 400 Euro kosten. Bei kleineren Autos liegen die Kosten pro Achse oft unter 200 Euro. Hinzu kommt der Arbeitsaufwand. So ist mit Gesamtkosten von etwa 200 bis 600 Euro pro Achse zu zu rechnen. Die Kosten erhöhen sich, wenn die Stoßdämpfer vorne und hinten gewechselt werden müssen. In der Autowerkstatt kommt das Auto sogleich auf die Hebebühne und die Reifen werden entfernt. Danach werden die Stoßdämpfer vom Rest der Radaufhängung gelöst. Jetzt können die Mechaniker die Stoßdämpfer wechseln.

Aufgrund der Fahrsicherheit und des Fahrkomforts werden in den Werkstätten aus unserer Auflistung bei der Reparatur nur Stoßdämpfer in Original- oder Erstausrüsterqualität verwendet. Für den Wechsel der Stoßdämpfer sind – neben dem Knowhow und der Erfahrung – Profi-Werkzeug und Hebebühne notwendig. Bei optimalen Bedingungen, z. B. beim leichtgängigen Schrauben und ohne Verrostung, lässt sich ein hinterer Stoßdämpfer bei einer einfachen Konstruktion der Hinterachse in etwa 20 bis maximal 50 Minuten wechseln. Falls noch zusätzliche Arbeiten an der Aufhängung, der Lenkung oder der Antriebswelle nötig sind, muss vorne mit mehr Arbeitszeit gerechnet werden.

 

 

Unser Tipp: Sind noch ältere Öldruckdämpfer verbaut, so bietet sich die Chance beim Wechsel auf höherwertige Gasdruck-Stoßdämpfer umzusteigen. Besseres Fahrverhalten, mehr Komfort und Sicherheit sind die Folge.

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