Goodyear mit neuem Reifenkonzept auf der Genfer Automesse: Der Reifen als Kugel.

 

Rund war er ja immer schon, aber was der Reifenhersteller Goodyear kürzlich auf das Parkett des Genfer Automobilsalons gerollt hat, geht noch eine Dimension weiter: Der amerikanische Konzern gibt den Autofahrern der Zukunft die Kugel – und bereicherte damit die Palette der Konzeptreifen um eine weitere kuriose Variante mit Namen „Eagle-360“. Das dazugehörige Fahrzeug war allerdings nur als Video-Animation zu sehen, denn dahinter steht eine durchaus faszinierende, futuristische Vision: Danach ist der Autoreifen der Zukunft eine magnetisch gesteuerte Kugel mit Gummihülle auf der reibungsarm nach dem Prinzip der Magnetschwebebahn die Karosserie ruht – gedacht für künftige selbststeuerende Autos. Die geometrische Form der Kugel enthält die Möglichkeit der omnidirektionalen Lenkung, das heißt eine Lenkung nach allen Richtungen, also auch seitlich in die Parklücke – besonders platzsparend und ohne die Ausrichtung des Fahrzeuges zu ändern. So sind in gleichmäßiger lateraler Bewegung Überholvorgänge möglich oder Hindernisse zu überwinden.

Hinzu kommt noch weitere Rafinesse im Profil der Gummihülle, die früher Laufstreifen hieß. Biomimetik heißt das Zauberwort bei Goodyear, eine Imitation der Natur durch Technik, genauer gesagt, eine Imitation, die aus dem 3D-Drucker kommt. Das Profil bildet die Oberfläche einer Hirnkoralle nach, deren Rillenstruktur wie ein Schwamm funktionieren soll. Nässe macht das Material weich und haftet besser. Fliehkräfte führen im Trockenen das Wasser wieder ab.

Alles gut gedacht, und mit Hilfe von 3D-Druckern soll auch die Fabrikation noch besser werden: so können die Gummihüllen ganz individuell gestaltet werden, je nachdem, was die Straßenbeschaffenheit erfordert. Da wird also nicht nur autonom gefahren, der Mensch muss immer noch ein bisschen selber denken. Fazit: Ein sehr futuristisches Modell, das wir vermutlich nicht so schnell sehen werden. Allerdings: Magnetschwebebahnen gibt es schon.