Sie sind die Pannenursache Nummer 1. Besonders häufig sind Startprobleme zu Winterbeginn, denn mit den Temperaturen sinkt auch die nutzbare Kapazität der Autobatterie. Die Belastung durch die Kälte ist hoch. Schon bei minus 10 Grad Celsius reduziert sich die Kapazität glatt auf etwas mehr als die Hälfte. So schafft es am Ende die Batterie nicht mehr, den Motor zu starten. Damit das nicht passiert und Sie immer startklar bleiben bieten wie einige Tipps als Erste Hilfe für schwächelnde Batterien.

Der Winter ist für die Autobatterien die härteste Zeit. Einige machen schnell schlapp. Deshalb im Winter öfter mal die Ladung prüfen. Foto: GTÜ

Harte Zeit für die Autobatterie

Die meisten unserer Autos fahren zwar noch nicht elektrisch, sind aber dennoch schon stark elektrifiziert. Es gibt viele Stromverbraucher im Auto, die die Autobatterie, besser gesagt der Akku, und während der Fahrt die Lichtmaschine versorgen muss. Da sind der Scheinwerfer, die Heckscheibenheizung, die Sitzheizung,  das Soundsystem und anderes mehr. Einige Verbraucher, wie etwa eine Türverriegelung per Funk, ziehen permanent Strom. All dies sind Verbraucher, die an der Kapazität des Akkus saugen. Besonders der Winter ist die härteste Zeit für den Stromlieferanten. Da können Autofahrer schon mal Sorge haben, ob das Fahrzeug nach durchfrorener Nacht am nächsten Morgen auch noch anspringt.

Tipp 1: Ladekapazität einfach testen

Wen der Zweifel plagt, ob er am nächst Morgen noch fortkommt, der kann mit ganz simplen Tests den Zustand des Akkus einmal selbst überprüfen. Er kann das Auto im Dunkeln vor dem Garagentor oder einer Wand parken, das Abblendlicht einschalten, zunächst den Motor laufen lassen und den Motor abschalten. Dabei das Licht beobachten: Wird es nach kurzer Zeit dunkler, so ist dies ein Zeichen für eine schwache Batterie. Außerdem zeigt sich auch beim Starten des Motors die Schwäche des Akkus, wenn der Anlasser nur noch mit Mühe den Motor drehen kann. All dies sind auch Anzeichen, durch die sich eine Akkuschwäche ankündigt.

Tipp 2: Ladekapazität genau prüfen

Mit einem Spannungsmessgerät lässt sich der Ladezustand des Akkus genauer prüfen. Der Test sollte aber möglichst nicht direkt nach einer längeren Fahrt erfolgen. Dann ist der Akku meist gut geladen. Es kommt allerdings darauf an dass der Ladezustand auf über längere Zeit erhalten bleibt. Deshalb lieber erst nach einigen Stunden Ruhe das Messgerät an die Batterie anschließen. Das rote Kabel kommt an den Pluspol, das schwarze an den Minuspol. Die Batterie ist dann in gutem Zustand, wenn die Spannung zwischen 12,4 und 12,7 Volt liegt. Bleibt der Messwert nachhaltig unter 12 Volt, sollte die Batterie geladen oder ersetzt werden.

Tipp 3: Erhaltungszustand der Autobatterie

Der Erhaltungszustand  ist das A und O einer Autobatterie. Ein hoher Ladezustand nutzt nicht viel, wenn die Spannung nach kurzer Zeit doch wieder abfällt. Hierzu ist ein kurzer Check in der Werkstatt angesagt. Im Übrigen hält kein Akku ewig. Wenn die Symptome einer schwachen Batterie sofort wieder kommen ist ein Austausch auf kurz oder lang nicht zu vermeiden. Nach etwa 4 bis 5 Jahren, je nach Beanspruchung –  ist das auch kein Wunder mehr, denn dann ist laut ADAC die Lebensdauer einer Autobatterie ohnehin abgelaufen.

Check der Autobatterie in der Werkstatt. Foto: ProMotor

Tipp 4: Ladegerät benutzen

Wer stets auf einen voll geladenen Akku achtet, kann Ausfällen vorbeugen. Empfohlen wird hier die Anschaffung eines Akkuladegerätes für die heimische Steckdose. Gute Geräte sind schon für weniger als 100 Euro preiswert zu haben. Und viele Geräte sind sehr leistungsfähig, die beispielsweise von der Ladungsleistung automatisch auf eine Erhaltungsladung umschalten können, die defekte Akkus anzeigen und sogar bei älteren Akkus eine Entsulfatierung bewirken können. Damit bleiben Autobatterien über Jahre fit. Gut gepflegte Batterien können dann über 7 Jahre halten.

Einsatz des Ladegerätes: Volle Ladung erhält die Lebensdauer des Akkus. Foto: GTÜ

Tipp 5: Der leichte Start

Damit alle Energie für den Start zur Verfügung steht und die Batterie geschont wird sollten alle unnützen Verbraucher wie Beleuchtung, Radio, Navigation, Gebläse, Heckscheibenheizung usw. abgeschaltet sein. Bleibt ein Startversuch erfolglos, diesen bitte nach längstens zehn Sekunden abbrechen, dann etwa eine halbe Minute pausieren und danach erneut versuchen. Gerade im Winter ist ein sauberes Batteriegehäuse wichtig, um Kriechströme zu vermeiden.

Tipp 6: So geht Starthilfe

Wem es doch einmal passiert, dass das Auto nicht anspringt, der kann sich von einem anderen Fahrzeug Starthilfe geben lassen. Voraussetzung: Beide Batterien müssen die gleiche Spannung haben und es müssen Starthilfekabel vorhanden sein. Während der Starthilfe sollte der Motor des Strom gebenden Autos laufen, eventuell auch mit erhöhter Drehzahl. Beim Anschluss der Starthilfekabel sollte folgende Reihenfolge eingehalten werden.

  1. Die Klemme des roten Kabels an den Pluspol (+) der entladenen Batterie.
  2. Das andere Ende des roten Kabels an den Pluspol der Strom spendenden Batterie.
  3. Das schwarze Kabel an den Minuspol (-) der Strom gebenden Batterie.
  4. Das andere Ende des schwarzen Kabels an Motor- oder Karosseriemasse und nicht an den Minuspol der entladenen Batterie anklemmen.
  5. Nach erfolgter Starthilfe die Kabel in umgekehrter Reihenfolge abklemmen.

Danach empfiehlt sich eine längere Fahrt, um die Batterie wieder aufzuladen.

Tipp: GTÜ testet Ladegeräte