Im Auto ist Achtsamkeit höchste Tugend. Denn wie im Sprichwort können kleine Ursachen große Wirkungen haben – und kleine Schrammen extrem viel kosten! Da hilft smart-repair (auch: smart repair oder smartrepair). Mikro-invasive Techniken, die mit wenig Aufwand Schäden, wie etwas Kratzer, Dellen oder Brandlöcher, beheben, so lange diese im kleinen Umfang bleiben. Was kann smart-repair? Mit welchen Preisen muss man rechnen? Und wie unterscheiden sich die Ergebnisse verschiedener Werkstätten? Eine neue ADAC-Studie gibt Auskunft!

Kratzer kitten für Kleingeld? Smart-repair macht es möglich!

Haben sie sich Jemals die gute, alte Stoßstange zurück gewünscht? Die aus Metall war, und zum “Stoßen” gedacht? Und nicht, wie die Plastikteile aktueller Autos, nur dazu gut zu sein scheinen, beim kleinsten Aufprall zu horrendem Preis ausgetauscht zu werden?

Der Vergleich ist ungerecht, denn schließlich sind die Stoßfänger moderner Fahrzeuge vor allem dazu da, Aufprallschäden zu minimieren. Zum Beispiel an Menschen. Dennoch freut man sich angesichts hoher Preise von Reparaturen, dass es auch hin und wieder noch Innovationen gibt, die den Verbrauchern durch konkrete Kostenersparnis zu Gute kommen. Oder ihnen im besten Fall die Produktionsmittel selbst in die Hand geben. Ähnlich wie es mit 3D-Druckern immer besser möglich wird, Ersatzteile billiger und im Prinzip selbst herzustellen, haben sich auch im Automotive Aftermarket technische Neuerungen etabliert, die den kostspieligen Ersatz ganzer Teile unnötig machen, wenn auch die Industrie sich dies vielleicht anders wünschen würde.

Die Rede ist von smart-repair: intelligente Tricks und Techniken, mit denen kleinere Materialschäden ohne viel Aufwand ausgebessert werden können.

Das kann smart-repair

Für kleine Kratzer im Lack muss nicht zwingend eine komplette Überarbeitung durchgeführt werden. Statt dessen kann eine Spot- oder Beilackierung durchgeführt werden, zum Beispiel mit der Airbrush-Pistole – so lange die Mängel nicht mehr als Handteller groß sind. Auch Risse in Plastikbauteilen, wie etwa Stoßfängern, können heute mit Heißluft verschweißt, dann gespachtelt, geschliffen und lackiert werden. Auch Kratzer und sogar Risse können so behoben werden. Löcher im Sitz oder Armaturenbrett werden mit Spezialmasse aufgefüllt und anschließend mit farblich angepassten Tönen überarbeitet. Experten nutzen hierfür bei älteren Wagen, deren Farbechtigkeit bereits durch die Witterung beeinträchtig wurden, Spezialkameras, die den Farbton vermessen. Mit Strukturpapier und Spritzmasse kann die Oberflächenbeschaffenheit imitiert werden. Auch helfen Injektoren mit Kunstharz bei der Ausbesserung von Windschutzscheiben, so diese nicht im direkten Sichtfeld des Fahrers liegen. Kleinere Blechschäden können mit Hämmerchen und Hebeltechniken aus dem Auto „massiert“ werden.

Eine Menge Möglichkeiten also, um kleineren Mängeln oder Gebrauchsspuren beizukommen, ohne komplette Teile neu zu bestellen.

Geld sparen leicht gemacht?

Das dies sich in barer Münze auszahlt, liegt auf der Hand. Allein im Fall Windschutzscheibe kann die Differenz zwischen Austausch und Reparatur bei gut 500 EUR liegen, beim Armaturenbrett, vielleicht gar doppelt so hoch. Will man einen Gebrauchtwagen verkaufen können so Summen zusammenkommen, die, ja nach Fahrzeug, ein moderates Monatsgehalt aufwiegen. Interessant ist also zu schauen, wie unterschiedliche Werkstätten mit diesem Thema umgehen? Mit welcher Qualität und welchem Ergebnis unterschiedliche Mängel behoben werden? Und zu welchem Preis? Der ADAC hat hierzu eine umfängliche Studie durchgeführt und bei Werkstätten in ganz Deutschland Service und Leistung verglichen.

Versuchsanordnung ADAC

Gewohnt wissenschaftlich geht es der ADAC auch in dieser Studie an. Mit identischen Gewichten werden auf identischen Fahrzeugen eine festgelegte Anzahl von Schäden „angebracht“. 20 Werkstätten in ganz Deutschland, unter ihnen Vertragshändler, Filialbetriebe, Karosseriebetriebe und Autoaufbereiter, wurden gebeten, diese Schäden so günstig wie möglich, aber mit einer hohen Qualität zu beheben. Wie sich zeigt mit sehr unterschiedlichem Ergebnis.

So arbeiten Deutschlands Werkstätten

Wie bei vielleicht jedem Handwerk, gingen auch hier Leistung und Fähigkeiten weit auseinander. Nicht alle Werkstätten verfügen über gute Kenntnisse im smart-repair. Von den 20 Werkstätten konnten insgesamt nur 6 die angebrachten Kratzer so beheben, dass sie nicht mehr sichtbar waren. Die anderen bekamen die Bewertung „mangelhaft“.

Besser waren die Leistungen im punkto Dellen-Reparatur. Hier konnten immerhin 18 der 20 Betriebe überzeugen und den Mangel beheben.

Am besten schnitt eine kleine Werkstatt ab. Für kleines Geld (80 EUR) wurden hier alle Mängel in hervorragender Qualität behoben. Da freut sich der Werkstattkunde – und wird bestimmt gern weiterempfehlen.

Ansonsten variierten neben den Qualitäten auch die Preise stark. In einer Spanne von 60 bis 223 EUR lieferten die Werkstätten ihre smarten Reparaturen ab. Es lohnt sich also, immer Preise zu vergleichen und im Zweifel mehr als einen Anbieter anzufragen. Auch die Kennzeichnung eines Betriebes als „Spezialist“ auf diesem Gebiet, ist kein Garant für eine gute Preisleistung.