Die Euro-Abgasnorm entscheidet darüber, wie sauber ein Fahrzeug ist, welche Umweltzonen du befahren darfst und ob dein Auto von künftigen Fahrverboten betroffen sein kann. Seit der Einführung von Euro 7 ab 2026/2027 wird das Thema für viele Autofahrer noch unübersichtlicher. Begriffe wie Euro 6, Euro 6d, Euro 6e oder Euro 7 klingen ähnlich, haben aber unterschiedliche Auswirkungen auf Alltag, Wertstabilität und Zuverlässigkeit eines Fahrzeugs.

Wenn du herausfinden möchtest, welche Abgasnorm dein Auto erfüllt, wie sich die verschiedenen Euro-6-Varianten unterscheiden und was Euro 7 für neue Fahrzeuge tatsächlich bedeutet, bist du hier richtig. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Abgasnormen aktuell gelten, wie sich Euro 7 von Euro 6d unterscheidet, welche Diesel-Modelle weiterhin unproblematisch sind und worauf du beim Autokauf 2026 und 2027 achten solltest, um teure Fehler zu vermeiden.

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Euro-Abgasnorm einfach erklärt und warum sie für dein Auto wichtig ist

Die Euro-Abgasnorm legt fest, wie viele Schadstoffe ein Auto ausstoßen darf. Je höher die Nummer, desto strenger die Grenzwerte. Seit 1992 wurden die Anforderungen immer weiter verschärft – erst für die Prüfung auf dem Prüfstand, später auch für reale Bedingungen auf der Straße.

Die Norm ist nicht einfach eine technische Angabe im Fahrzeugschein. Sie wirkt sich direkt auf deinen Alltag aus:
• Sie bestimmt, ob du eine Umweltzone befahren darfst.
• Sie beeinflusst die Höhe deiner Kfz-Steuer.
• Sie entscheidet, ob dein Auto langfristig noch problemlos zugelassen und genutzt werden kann.

Was die Euro-Abgasnorm für Diesel und Benziner bedeutet

Diesel- und Benzinfahrzeuge müssen unterschiedliche Herausforderungen erfüllen. Während Diesel vor allem bei Stickoxiden kritisch sind, bereiten bei Benzinern vor allem Kohlenmonoxid und bestimmte Partikel Probleme. Mit jeder neuen Norm verschieben sich diese Grenzen weiter nach unten.

Welche Schadstoffe durch die Euro-Abgasnorm geregelt werden

Die wichtigsten Stoffe, die begrenzt werden, sind:

• Kohlenmonoxid (CO)
• Kohlenwasserstoffe (HC und NMHC)
• Stickoxide (NOx)
• Partikelmasse (PM)
• Partikelanzahl (PN)

Gerade der PN-Wert spielt seit Euro 6 und erst recht mit Euro 7 eine größere Rolle. Denn moderne Prüfverfahren erfassen heute auch ultrafeine Partikel, die früher gar nicht gemessen wurden.

Übersicht der regulierten Schadstoffe

Die folgende Tabelle zeigt, welche Schadstoffarten für Benziner und Diesel besonders relevant sind:

SchadstoffBedeutungBesonders relevant bei
COgiftiges Gas aus unvollständiger VerbrennungBenziner
HC / NMHCtragen zur Ozonbildung beiBenziner
NOxreizt Atemwege, starker Treiber für FahrverboteDiesel
PMFeinstaub, gesundheitsschädlichDiesel
PNAnzahl ultrafeiner PartikelDiesel und moderne Benziner

Diese Einordnung hilft dir später, die Unterschiede zwischen Euro 6 und Euro 7 besser zu verstehen. Denn beide Normen setzen an unterschiedlichen Punkten an – mal bei der Partikelmessung, mal bei den Prüfbedingungen oder der Haltbarkeit der Abgasreinigung.

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Euro-Abgasnorm finden: Welche Euro-Norm dein Auto erfüllt

Wenn du wissen möchtest, ob dein Auto von Fahrverboten betroffen sein kann oder welche Umweltzonen du befahren darfst, musst du zuerst herausfinden, welche Euro-Abgasnorm dein Fahrzeug erfüllt. Das klingt kompliziert, ist in der Praxis aber überraschend einfach. Die wichtigsten Angaben findest du direkt in deiner Zulassungsbescheinigung Teil I, also dem Fahrzeugschein.

Wie du deine Abgasnorm im Fahrzeugschein erkennst

Die Abgasnorm steht nicht als Klartext im Dokument. Stattdessen findest du sie als Schlüsselnummer:

• Bei neueren Fahrzeugscheinen (ab 2005): Feld 14.1
• Bei älteren Papieren: Feld „Schlüsselnummer zu 1“

So lässt sich die Angabe schnell überprüfen: Einmal den Fahrzeugschein aufschlagen, Feld 14.1 suchen und die Kombination aus Zahlen und Buchstaben mit einer Referenzliste abgleichen.

Was die Schlüsselnummer über die Euro-Abgasnorm verrät

Die Schlüsselnummer setzt sich meist aus zwei Zahlen und zwei Buchstaben zusammen. Jede Kombination steht für eine bestimmte Euronorm. Diese Codes sind für Laien nicht intuitiv, aber eindeutig zugeordnet.

Die folgende Tabelle zeigt dir typische Beispiele:

Euro-NormTypische SchlüsselnummernBedeutung
Euro 432–33, 38–70ältere Fahrzeuge, oft Fahrverbote in Städten
Euro 535A0–35M0in vielen Städten eingeschränkt
Euro 636N0–36V0Basis-Euro-6
Euro 6b36W0–36Y0strengere Laborprüfung, teils Fahrverbote
Euro 6c36ZA–36ZFerster WLTP-Standard
Euro 6d-TEMP36AG–36AI, 36BG–36BImit RDE-Test, meist zukunftssicher
Euro 6d36AJ–36ALaktuell strengste Euro-6-Stufe

Damit kannst du dein eigenes Fahrzeug schnell einordnen. Wenn du ein bestimmtes Modell im Auge hast, lohnt auch ein Blick ins CoC-Dokument (Certificate of Conformity). Dort steht die Euro-Norm häufig noch klarer ausgewiesen.

Diese Einordnung ist später entscheidend, wenn es um Fahrverbote oder die Frage geht, ob sich ein Diesel in den Jahren 2026 und 2027 noch lohnt.

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Euro-6-Abgasnorm im Überblick: Was die Varianten Euro 6, 6c, 6d-TEMP und 6d unterscheidet

Euro 6 ist nicht gleich Euro 6. Zwischen 2014 und 2021 wurden mehrere Stufen eingeführt, die sich teils deutlich unterscheiden. Das sorgt bis heute für Unsicherheit, weil viele Diesel-Modelle zwar offiziell als Euro 6 gelten, aber trotzdem von Fahrverboten betroffen sein können. Die Unterschiede hängen vor allem mit den Prüfverfahren zusammen, also der Frage, wie realitätsnah die Emissionen gemessen wurden.

Während frühe Euro-6-Modelle noch auf dem veralteten NEFZ-Prüfstand getestet wurden, müssen neuere Varianten ihre Werte auch im realen Straßenverkehr nachweisen. Genau das macht die späteren Euro-6-Stufen deutlich sauberer – und langfristig sicherer.

Welche Euro-6-Norm für Diesel-Fahrzeuge noch zukunftssicher ist

Für Diesel-Fahrer sind die Unterschiede besonders relevant, weil die strengeren Prüfverfahren der späteren Euro-6-Stufen verhindern, dass zu hohe NOx-Werte erst im echten Straßenverkehr auffallen.

Eine Näherung, mit der du dein Fahrzeug gut einordnen kannst:

• Euro 6 und Euro 6b: älteste Stufen, nur Laborprüfung, in vielen Städten inzwischen kritisch
• Euro 6c: Einführung von WLTP, aber noch mit großzügigen Toleranzen
• Euro 6d-TEMP: zusätzlich RDE-Test auf der Straße, bereits recht strenge Vorgaben
• Euro 6d: aktuell strengste Euro-6-Stufe, sehr realitätsnahe Werte

Ein typisches Beispiel:

Ein Diesel mit Euro 6b kann im Labor sauber wirken, stößt aber auf der Straße ein Vielfaches an NOx aus. Genau solche Fahrzeuge standen häufig im Fokus der Fahrverbotsdiskussionen. Ein Euro 6d-Diesel dagegen muss auch im realen Straßenverkehr niedrige Emissionen nachweisen und gilt daher als langfristig zukunftssicher.

Warum die Unterschiede innerhalb der Euro-6-Abgasnorm wichtig sind

Die späteren Euro-6-Stufen erfüllen deutlich strengere Anforderungen. Sie wurden eingeführt, um die Lücke zwischen Labor- und Straßenwerten zu schließen. Für dich bedeutet das:

• Fahrzeuge mit 6d-TEMP und 6d sind in vielen Städten weiterhin zulässig
• ältere Euro-6-Varianten werden teilweise wie Euro-5-Diesel behandelt
• der Wiederverkaufswert hängt stark von der exakten Stufe ab

Die folgende Tabelle zeigt die zentralen Unterschiede auf einen Blick:

Euro-6-VariantePrüfverfahrenRealfahrmessung (RDE)Zukunftssicherheit
Euro 6NEFZneingering
Euro 6bNEFZneingering bis mittel
Euro 6cWLTPeingeschränktmittel
Euro 6d-TEMPWLTPja, mit Toleranzfaktorgut
Euro 6dWLTPja, strengsehr gut

Für den Fahrzeugkauf ab 2026 bedeutet das: Ein Euro 6d-Diesel ist weiterhin eine solide Wahl, während ältere Euro-6-Stufen häufig Einschränkungen unterliegen und langfristig an Wert verlieren.

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Fahrverbote 2026/2027: Wie Euro-5- und Euro-6-Diesel betroffen sind

Fahrverbote bleiben auch 2026 und 2027 ein wichtiges Thema, vor allem für ältere Diesel. Zwar gibt es keine einheitlichen bundesweiten Regeln, doch viele Städte reagieren weiterhin auf hohe NOx-Belastungen mit lokalen Einschränkungen. Besonders betroffen sind ältere Euro-5-Diesel und manche frühe Euro-6-Modelle, die im realen Betrieb zu hohe Emissionen aufweisen.

Die gute Nachricht: Moderne Euro-6d-Diesel gelten in Umweltzonen als zuverlässig. Die Unterschiede hängen jedoch stark von lokalen Regelungen ab.

Wo Fahrverbote für Euro-5-Diesel gelten und welche Städte Einschränkungen haben

Euro-5-Diesel sind in vielen Städten bereits eingeschränkt oder komplett ausgeschlossen. Die folgenden Beispiele zeigen typische Situationen:

• Stuttgart hat seit Jahren weitreichende Fahrverbote für Euro-5-Diesel.
• Einige Bereiche in Hamburg sind für ältere Diesel gesperrt, darunter zentrale Straßenzüge.
• Städte wie Berlin, Mainz oder Darmstadt haben gezielte Verbotszonen eingerichtet.

Auch 2026 bleibt entscheidend: Jede Stadt kann eigene Regeln festlegen, abhängig von der lokalen Luftreinhaltung. Es lohnt sich daher, regelmäßig bei der Kommune nachzusehen, besonders wenn du häufig in Umweltzonen unterwegs bist.

Zur Orientierung hilft dir die folgende Einstufung:

EuronormTypische Situation 2026/2027Risiko für Fahrverbote
Euro 4fast überall ausgeschlossensehr hoch
Euro 5in vielen Städten eingeschränkthoch
Euro 6 / 6bpunktuelle Einschränkungen möglichmittel
Euro 6cmeist noch erlaubtgering
Euro 6d-TEMPweitgehend unproblematischsehr gering
Euro 6dsicherste Kategoriesehr gering

Diese Übersicht zeigt, warum nicht nur die Euro-Norm, sondern die genaue Stufe entscheidend ist.

Wie sicher ein Euro-6d-Diesel in Umweltzonen ist

Euro-6d-Diesel gelten 2026 und 2027 als besonders zukunftssichere Fahrzeuge. Sie haben strengere Prüfverfahren durchlaufen und müssen ihre Emissionen auch im realen Straßenverkehr nachweisen. Das macht sie für Städte mit Umweltzonen attraktiv, da ihre NOx-Werte deutlich niedriger liegen als bei älteren Modellen.

Für dich bedeutet das:

• Euro-6d-Diesel dürfen 2026 in praktisch allen deutschen Umweltzonen weiterhin fahren.
• Sie sind nicht Teil der bestehenden Fahrverbotsdiskussionen.
• Der Wiederverkaufswert bleibt stabiler als bei älteren Diesel-Varianten.

Damit wird klar: Für alle, die regelmäßig in Umweltzonen unterwegs sind, bleibt ein Euro-6d-Diesel die sicherste Wahl bis zur flächendeckenden Einführung von Euro 7.ell lohnt – oder ob ein Euro 6d Diesel für die nächsten Jahre ausreicht.

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Euro-7-Abgasnorm erklärt: Was sich ab 2026/2027 für neue Fahrzeuge ändert

Mit Euro 7 führt die EU die bisher umfassendste Abgasregelung für Pkw ein. Auch wenn viele Grenzwerte auf dem Prüfstand unverändert bleiben, kommen neue Anforderungen dazu, die Fahrzeuge langfristig sauberer und transparenter machen sollen. Entscheidend sind die erweiterten Messgrößen, die strengere Dauerhaltbarkeit und die neuen Pflichten für Überwachungssysteme.

Ab wann die Euro-7-Abgasnorm gilt und welche Übergangsfristen wichtig sind

Euro 7 gilt nicht ab Jahresbeginn 2026, sondern gestaffelt. Die EU hat klare Termine festgelegt:

• Ab 29. November 2026: Euro 7 wird Pflicht für die Typgenehmigung neuer Pkw-Modelle der Klasse M1.
• Ab 29. November 2027: Euro 7 ist Voraussetzung für die Erstzulassung aller neuen Pkw in Europa.
• Die Verordnung selbst ist bereits in Kraft, viele technische Details werden aber durch zusätzliche EU-Durchführungsrechtsakte konkretisiert. Euro7_Stand_11_2025_DE_mav5xr

Für Autofahrer bedeutet das:
Ein Auto, das 2026 oder Anfang 2027 gekauft wird, kann noch Euro 6d sein. Erst ab Ende 2027 kommen ausschließlich Euro-7-Pkw neu in den Handel.

Ein kleines Beispiel:

Ein Modell, das 2025 vorgestellt wurde und 2026 weiterhin verkauft wird, kann bis November 2027 als Euro-6d zugelassen werden. Erst danach muss der Hersteller die Euro-7-Anforderungen erfüllen.

Welche Unterschiede es zwischen Euro 6d und Euro 7 gibt

Die reinen Laborgrenzwerte bleiben bei Euro 7 für Pkw nahezu identisch zu Euro 6d. Die Änderungen liegen an anderer Stelle. Euro 7 erweitert den Messumfang und schreibt strengere Langzeitbedingungen vor, zum Beispiel:

• Partikelzahlmessung wird auf ultrafeine Partikel ab 10 Nanometern ausgeweitet.
• Der gleiche Partikelgrenzwert gilt künftig für alle Ottomotoren, nicht nur für Direkteinspritzer.
• Die RDE-Konformitätsfaktoren (für realen Straßenverkehr) bleiben zwar gleich, aber der Geltungsbereich der Tests wird klarer definiert.
• Die Lebensdaueranforderungen steigen deutlich.

Damit betont Euro 7 weniger neue Grenzwerte als vielmehr neue Genauigkeit und Haltbarkeit. Das Ziel ist, dass Fahrzeuge nicht nur im Neuzustand sauber sind, sondern auch nach Jahren.

Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Unterschiede im Überblick:

BereichEuro 6dEuro 7
Laborgrenzwerte WLTPunverändertunverändert
PartikelmessungPartikel ab 23 nmPartikel ab 10 nm
Benziner-Partikelgrenzenur Direkteinspritzeralle Ottomotoren betroffen
RDE-PrüfungPflicht, definierter Rahmentechnisch präzisiert, gleiche Faktoren
Haltbarkeit160.000 km / 8 Jahrebis 200.000 km / 10 Jahre, mit Verschlechterungsfaktor 1,2
Nicht-Auspuff-Partikelnicht abgedecktRegeln für Bremsen und Reifen
ÜberwachungssystemeOBDzusätzliche OBM- und OBFCM-Anforderungen

Was die Euro-7-Abgasnorm für Partikel, Bremsabrieb und Reifenabrieb vorschreibt

Zum ersten Mal werden auch Partikelemissionen reguliert, die nicht aus dem Auspuff kommen. Dazu gehören Feinstaub aus Bremsen und Abrieb von Reifen. Damit rückt Euro 7 Bereiche in den Fokus, die bisher kaum reguliert waren.

Bremsabrieb:
• Es gelten Grenzwerte für die Partikelmasse (PM10), abhängig von der Antriebsart.
• Ab 2035 wird ein einheitlicher Grenzwert für alle Antriebe eingeführt.
• Für die Partikelanzahl (PN) sollen ab 2030 zusätzliche Grenzwerte folgen.
• Die Grenzwerte basieren auf einer neuen UN-Regelung und der GTR 24.

Reifenabrieb:
• Neue Grenzwerte gelten für Reifen der Klassen C1, C2 und C3.
• Die Einführung erfolgt stufenweise zwischen 2028 und 2034, je nach Reifenklasse.
• Ab 2030 dürfen Neuwagen nur noch mit Reifen ausgestattet werden, die die neuen Anforderungen erfüllen.

Welche neuen Anforderungen Euro 7 an Haltbarkeit und Überwachungssysteme stellt

Euro 7 legt großen Wert auf die Haltbarkeit von Abgasreinigung und Elektronik. Hersteller müssen nachweisen, dass die Systeme länger zuverlässig funktionieren als bisher.

Dauerhaltbarkeit:
• Emissionssysteme müssen 160.000 km bzw. 8 Jahre einhalten.
• Zusätzlich gilt eine erweiterte Lebensdauer bis 200.000 km bzw. 10 Jahre.
• Für diese verlängerte Laufzeit darf ein Verschlechterungsfaktor von 1,2 verwendet werden.

Überwachungssysteme:
• OBM (On-Board Monitoring) kontrolliert NOx und PM im Fahrbetrieb. NOx wird über Sensoren gemessen, PM kann modellbasiert berechnet werden.
• OBFCM (On-Board Fuel Consumption Monitoring) misst den realen Verbrauch und meldet Daten an Hersteller und Behörden.
• OBD bleibt weiterhin verpflichtend, wird aber um zusätzliche Diagnosepunkte ergänzt.
• Fahrzeughersteller müssen künftig einen Umweltpass (Environmental Vehicle Passport) bereitstellen, der per QR-Code im Fahrzeug einsehbar ist.

Diese Vorgaben sorgen dafür, dass Neuwagen unter Euro 7 auch nach vielen Jahren noch niedrige Emissionen aufweisen und Transparenz über Alterung und Verbrauch bieten.

Kaufberatung 2026/2027: Welche Abgasnorm für dich die beste Wahl ist

Die Entscheidung für eine Abgasnorm hängt 2026 und 2027 stärker von deinem Fahrprofil ab als von technischen Details. Während Euro 7 erst gegen Ende 2027 bei Neuwagen relevant wird, spielen Euro-6-Varianten weiterhin eine große Rolle bei Kaufentscheidungen. Besonders für Diesel lohnt ein genauer Blick, da sich Fahrverbote, Wertverlust und Nutzbarkeit je nach Norm deutlich unterscheiden.

Welche Abgasnorm für Vielfahrer sinnvoll ist

Wenn du viele Kilometer pro Jahr zurücklegst, zählt vor allem Effizienz und langfristige Verfügbarkeit. Für Vielfahrer gilt:

• Ein moderner Euro-6d-Diesel bleibt 2026 und 2027 eine der wirtschaftlichsten Optionen.
• Die Motoren sind auf Langstrecke besonders effizient und erfüllen bereits strenge Realfahranforderungen.
• Fahrverbote sind unwahrscheinlich, da Euro-6d-Diesel niedrige NOx-Werte erreichen müssen.
• Euro-7-Modelle bieten zusätzliche Transparenz und Haltbarkeit, sind aber voraussichtlich teurer.

Ein typisches Beispiel:

Pendler, die täglich lange Strecken auf Autobahn oder Landstraße fahren, profitieren von einem sparsamen Euro-6d-Diesel. Die Mehrkosten eines frühen Euro-7-Fahrzeugs stehen häufig in keinem Verhältnis zum Nutzen, solange Euro 6d noch zugelassen wird.

Welche Abgasnorm für Stadtfahrer empfehlenswert ist

In der Stadt spielen andere Faktoren eine Rolle: kurze Wege, viele Starts, Stop-and-Go-Verkehr und potenzielle Umweltzonen. Hier gelten andere Empfehlungen:

• Benziner mit Euro 6c oder besser (ideal: Euro 6d) sind meist die unkomplizierteste Wahl.
• Diesel unterhalb von Euro 6d können in bestimmten Zonen weiter eingeschränkt werden.
• Hybride oder Plug-in-Hybride können durch Geofencing-Funktionen künftig Vorteile haben, insbesondere unter Euro-7-Vorgaben.
• Wer vor allem Kurzstrecken fährt, sollte Diesel generell kritisch prüfen, da der Motor nicht ideal warm wird.

Worauf du beim Diesel- oder Benziner-Kauf 2026/2027 achten solltest

Der Kauf eines Fahrzeugs hängt nicht allein von der Abgasnorm ab. Die folgenden Punkte helfen dir, eine sichere Entscheidung zu treffen:

  1. Exakte Euro-Norm prüfen
    Die Schlüsselnummer im Fahrzeugschein oder die Angaben im CoC-Dokument geben eindeutig an, welche Stufe das Modell erfüllt.
  2. Regionale Fahrverbote im Blick behalten
    Einige Städte verschärfen ihre Maßnahmen punktuell. Wenn du oft in Umweltzonen unterwegs bist, ist ein Euro-6d-Diesel oder ein Euro-6d-Benziner am sichersten.
  3. Wertstabilität berücksichtigen
    • Euro-6d bleibt auch in den nächsten Jahren stabil im Wiederverkauf.
    • Ältere Diesel (Euro 5, frühes Euro 6) verlieren weiter an Wert.
  4. Euro 7 einordnen
    Euro-7-Modelle bieten mehr Transparenz, strengere Haltbarkeit und neue Datenfunktionen, sind aber voraussichtlich teurer. Für viele Käufer lohnt sich der Umstieg erst ab 2028.

Die folgende Tabelle bietet einen schnellen Überblick:

FahrprofilEmpfehlung 2026/2027Begründung
VielfahrerEuro 6d Dieseleffizient, sauber, sehr geringe Verbotsgefahr
StadtfahrerEuro 6d Benzinerrobust im Kurzstreckenbetrieb, kaum Fahrverbote
MischbetriebEuro 6d Diesel oder Benzinerabhängig von täglicher Strecke
Frühkäufer eines NeuwagensEuro 7 ab Ende 2027höhere Haltbarkeit, neue Partikelgrenzen

Damit hast du eine klare Entscheidungsbasis, egal ob du einen Gebrauchtwagen suchst oder 2027 einen Neuwagen planst.

Häufig gestellte Fragen zum Thema: Euro-Abgasnorm, Euro 6 und Euro 7