In immer mehr Städ­ten und Regio­nen Deutsch­lands dür­fen nur Fahr­zeu­ge mit Fein­staub­pla­ket­te in die aus­ge­wie­se­nen Umwelt­zo­nen fah­ren. Foto: amp­net

Seit 2008 gibt es sie, die Umwelt­zo­nen in den deut­schen Städ­ten. Und es wer­den immer mehr. Und die Vor­schrif­ten immer stren­ger. Nur wer eine Fein­staub­pla­ket­te an der Wind­schutz­schei­be hat, darf in die­se Zonen ein­fah­ren. Mit der rich­ti­gen Far­be, ver­steht sich und mit der rich­ti­gen Bezeich­nung. Ob das alles stimmt am Auto, ist auch Gegen­stand der Haupt­un­ter­su­chung.

Grün erfüllt die strengste Norm

Das The­ma Fein­staub ist seit dem soge­nann­ten Die­sel-Skan­dal wie­der in aller Mun­de. Wird es bald Fahr­ver­bo­te geben? Mit der soge­nann­ten „Fein­staub-Ver­ord­nung“ haben die Behör­den das Recht dazu, wenn die Fein­staub-Belas­tung zu hoch wird.  Ob dar­an die pri­va­ten Pkw mit Die­sel­mo­to­ren die Haupt­schuld tra­gen, wird immer wie­der bestrit­ten. Den­noch gilt, wer in eine Umwelt­zo­ne ein­fah­ren will, braucht eine Pla­ket­te.  Am bes­ten in Grün, die für die gerings­te Umwelt­be­las­tung und die Erfül­lung der Abgas­norm Euro 4 steht. Die Ein­füh­rung der blau­en Umwelt­pla­ket­te für die Erfül­lung der noch stren­ge­ren Abgas­norm Euro 6 wur­de vom Umwelt­bun­des­amt erst mal auf Eis gelegt.

Schadstoffgruppe und Abgasnorm

So blei­ben Fein­staub­pla­ket­ten in drei Far­ben. Für Die­sel­fahr­zeu­ge der Schad­stoff­grup­pe 4, die die Abgas­norm Euro 4 oder bes­ser erfül­len, ist die Pla­ket­te grün. Die gel­be Pla­ket­te gehört zu den Fahr­zeu­gen der Schad­stoff­grup­pe 3, die die Abgas­norm Euro 3 erfül­len; die rote Pla­ket­te kenn­zeich­net die Schad­stoff­grup­pe 2 mit der Abgas­norm Euro 2. Bei Ben­zin­mo­to­ren ist die grü­ne Pla­ket­te bereits ab der Schad­stoff­grup­pe Euro 1 oder bes­ser mög­lich. Je nach Fein­staub­be­las­tung dür­fen dann Fahr­zeu­ge mit der jewei­li­gen Schadstoffgruppe/ Pla­ket­ten­far­be in die Umwelt­zo­nen. Etwa die Hälf­te aller Pkw auf unse­ren Stra­ßen ist in eine die­ser drei Grup­pen ein­zu­ord­nen. Aller­dings wer­den die Vor­aus­set­zun­gen  zur Ein­fahrt in die Umwelt­schutz­zo­nen immer stren­ger. Oft ist nur noch die grü­ne Pla­ket­te erlaubt. Ganz drau­ßen blei­ben müs­sen ohne­hin Fahr­zeu­ge der Schad­stoff­grup­pe 1, zu der bei­spiels­wei­se alte Die­sel oder Ben­zi­ner ohne Kata­ly­sa­tor gehö­ren.

Die Nor­men wer­den stren­ger: Die ein­fahrt in die­se Umwelt­zo­ne ist nur für Fahr­zeu­ge der Schad­stoff­klas­se Euro 3 und bes­ser erlaubt. 1 und 2 müs­sen drau­ßen blei­ben.

Die Kontrolle der Feinstaubplakette

Wer noch kei­ne hat soll­te sich also schnells­tens eine Pla­ket­te zule­gen. Wel­che das sein darf, ist in den Fahr­zeug­pa­pie­ren im Feld 14.1 der Zulas­sungs­be­schei­ni­gung I (frü­her Kfz-Schein). Erhält­lich ist das Teil bei den Prüf­or­ga­ni­sa­tio­nen, die auch die Haupt­un­ter­su­chung durch­füh­ren, also TÜV, Dekra oder KÜS sowie den Kfz-Zulas­sungs­stel­len oder Bür­ger­äm­tern zum Preis von 10 bis 15 Euro.  Ob die Pla­ket­te dann in der Umwelt­zo­ne die rich­ti­ge Far­be hat über­prüft dann die Poli­zei, die Poli­tes­sen oder das Ord­nungs­amt. Wird kei­ne oder die fal­sche Fein­staub­pla­ket­te vor­ge­fun­den, droht ein Buß­geld von 80 Euro.

Prüfung bei der Hauptuntersuchung

Kein Wun­der also, dass die Fein­staub­pla­ket­te auch ein Gegen­stand der Haupt­un­ter­su­chung ist. Der ver­bind­li­che Män­gel­ka­ta­log für die Kfz-Prüf­or­ga­ni­sa­tio­nen schreibt vor, dass zukünf­tig nicht les­ba­re oder falsch ein­ge­tra­ge­ne Kenn­zei­chen bei der Fein­staub­pla­ket­te als gerin­ge Män­gel und Pla­ket­ten mit fal­scher Far­be bzw. die unzu­läs­si­ger­wei­se ver­ge­ben wur­den, als erheb­li­che Män­gel geahn­det wer­den. Wenn eine Pla­ket­te da ist, muss sie stim­men und zwar auch, wenn nach einer Ummel­dung noch das Num­mern­schild des Vor­be­sit­zers ver­zeich­net ist. Nur wer gar kei­ne hat, erhält auch kei­nen Man­gel. Das klingt para­dox, aber die Fein­staub­pla­ket­te wird nur benö­tigt, um in eine gekenn­zeich­ne­te Fein­staub­zo­ne ein­fah­ren zu dür­fen.