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Besit­zer von Elek­tro­au­tos soll­ten bei ihrer Auto­fahrt das Ther­mo­me­ter im Blick behal­ten. Denn die Reich­wei­te von E-Fahr­zeu­gen nimmt bei Tem­pe­ra­tu­ren unter Null dras­tisch ab, wie Exper­ten der Prüf­or­ga­ni­sa­ti­on Dekra jetzt her­aus­fan­den. Bei einem Citro­ën C-Zero mini­mier­te sich die Reich­wei­te bei minus fünf Grad Cel­si­us um etwa die Hälf­te ver­gli­chen mit einer Fahrt bei plus 22 Grad. Bei Wär­me hat­te das Elek­tro­au­to eine Reich­wei­te von 138 Kilo­me­tern, dem­ge­gen­über waren bei Käl­te nur noch 65 Kilo­me­ter mög­lich. Um die Tests wirk­lich­keits­nah zu gestal­ten, schal­te­ten die Prü­fer bei den höhe­ren Tem­pe­ra­tu­ren die Fahr­zeu­glüf­tung (Mit­tel­stel­lung) zu. Bei der simu­lier­ten Win­ter­fahrt lief die Hei­zung auf Voll­last, dar­über hin­aus waren für jeweils zehn Minu­ten die Heck­schei­ben­hei­zung und die Sitz­hei­zung im Betrieb, und das Geblä­se stand auf Auto­ma­tik.

Bei erhöh­ten Tem­pe­ra­tu­ren kamen von 18,3 Kilo­watt­stun­den Lade­en­er­gie knapp 56 Pro­zent als Antriebs­en­er­gie auf der Stra­ße an. Bei nied­ri­ge­ren Bedin­gun­gen waren es gera­de noch 22 Pro­zent. Dafür ist vor allem die beson­ders redu­zier­te Spei­cher­ka­pa­zi­tät der Bat­te­rie bei nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren ver­ant­wort­lich. Aber auch schon bei 22 Grad Außen­tem­pe­ra­tur geht nahe­zu ein Fünf­tel der Lade­en­er­gie durch Ver­lus­te an der Hoch­volt­bat­te­rie ver­lo­ren. Rela­tiv nied­ri­ge Ver­lus­te tre­ten im Bereich der Fahr­zeug­elek­trik auf. Nega­tiv ist hier die für das Zwölf-Volt-Bord­netz nöti­ge Ener­gie, bei­spiels­wei­se für den Betrieb von Steu­er­ge­rä­ten oder Beleuch­tung. Dazu kom­men gerin­ge Ver­lus­te im Kon­ver­ter, der die Bat­te­riegleich­span­nung in Dreh­strom für den Elek­tro­mo­tor umwan­delt, und elek­tri­sche Ver­brau­cher wie die zum Bei­spiel die Hei­zung. Erhöh­te Wir­kungs­grad­ver­lus­te kom­men beim Antriebs­strang auf. Die Rück­ge­win­nung der Brems­ener­gie brach­te bei 22 Grad 56 Pro­zent der Brems­ener­gie wie­der in die Bat­te­rie zurück. Folg­lich steht 18 Pro­zent mehr Ener­gie fürs Fah­ren zur Ver­fü­gung.