Was eine Servopumpe im Auto leistet, spürst du jeden Tag als Fahrer am Lenkrad: Die Bewegungen gehen leicht und ohne jeden Kraftaufwand von der Hand. Ist das Lenken hingegen plötzlich mit einem großen Kraftaufwand verbunden, könnte ein Defekt an der Servopumpe schuld sein. Heute können sich Autofahrer fast nicht mehr vorstellen, wie sich das Lenken ohne Unterstützung angefühlt hat. Dabei verfügen die meisten Autos erst seit Anfang der 90er Jahre serienmäßig über eine leistungsfähige Servolenkung. Die erste Servolenkung wurde bereits 1926 von Pierce Arrow vorgestellt.

Dieser Ratgeber zeigt dir, ob ein Defekt an der Servopumpe vorliegt und wie du ihn feststellen kannst. Auch auf mögliche Kosten in der Werkstatt und Gewährleistungsansprüche gehen wir ein.

servopumpe
   

Welche Funktion hat die Servopumpe im Auto?

Heute ist eine Servolenkung eine technische Selbstverständlichkeit, zumal sich große SUVs ohne Lenkunterstützung nur mit erheblichem Kraftaufwand lenken ließen. Die hier vorgestellte Servopumpe hat die Funktion, die Lenkkraft zu verstärken. Im Detail pumpt sie Servoöl in das Lenk- bzw. Hydrauliksystem: Durch so aufgebauten Druck wird die Lenkkraft verstärkt, der Fahrer kann das Lenkrad leicht bewegen, auch im Stand. Servopumpe, Hydraulikzylinder, Ventile, Leitungen und ein Ölvorratsbehälter bilden eine technische Einheit: Defekte treten meistens durch Undichtigkeiten auf, was du anhand der Checkliste weiter unter nachvollziehen kannst. Ziel muss es sein, den Druck im Leitungssystem konstant zu halten.

 

Hydraulisch vs. elektrisch: Welche Arten von Servolenkungen gibt es?

Generell ist in älteren Fahrzeugen oft eine hydraulische Servolenkung verbaut. Diese kann rein mechanisch betrieben sein, wobei ein Keilkippriemen betätigt wird. In neueren Fahrzeugen ist oft ein elektrohydraulischer Antrieb für die Servolenkung zu finden: Anstelle eines Keilriemens rückt nun ein Elektromotor, um Druck im System aufbauen zu können. In der neuesten Generation von Servolenkungen wird mit Hydraulik-Flüssigkeit gearbeitet. Alle Vorgänge werden durch einen elektronisch gesteuerten Motor durchgeführt, wobei dieser dank Steuergerät die Lenkbewegungen „intelligent“ unterstützen kann.

Die Technik und der damit verbundene Komfort am Lenkrad haben sich also erheblich weiterentwickelt. Es kann durchaus sein, dass in einem sehr neuen Fahrzeug überhaupt keine Servopumpe mehr verbaut ist! Je älter ein Gebrauchtwagen ist, desto wahrscheinlicher ist das Vorhandensein einer solchen Pumpe (auch als mögliche Fehlerquelle bei schwergängiger Lenkung).

 

Anzeichen einer defekten Servopumpe

An den folgenden Symptomen kannst du erkennen, ob möglicherweise ein Defekt an der Servopumpe vorliegt:

  • Plötzlich sehr schwergängige Lenkung
  • Im Motorraum bzw. um die Pumpe herum ist Öl zu sehen
  • Beim Lenken sind schleifende Geräusche wahrnehmbar
  • Im Behälter für Servoöl sind Blasen zu erkennen
  • Ölspuren deuten auf undichte Leitungen im Motorraum hin
 

Warum kommt es zu einem Defekt an der Servopumpe?

Durch tägliche Beanspruchung und den Druck im System handelt es sich um ein typisches Verschleißteil, das nach einer gewissen Laufzeit nicht mehr seiner Funktion nachkommen kann. Temperatur und Druck sorgen für Verschleißerscheinungen, die letztlich zu Undichtigkeiten führen. Somit kann der notwendige Druck im System durch die Servopumpe nicht mehr aufgebaut werden, die Lenkung wird spürbar schwerer. Die Pumpe kann auch Schaden nehmen, wenn das System nicht mehr dicht ist. Insofern muss der primäre Defekt nicht immer zwangsläufig an der Servopumpe zu finden sein. Das wird dir ein Fachmann in einer Werkstatt nach wenigen Blicken sagen können.

 

Mit defekter Servopumpe weiterfahren?

Nein, das ist keine gute Idee. Wie du sicher merken wirst, funktioniert das Lenken nur mit viel Kraftaufwand: Das ist auf Dauer nicht nur anstrengend, sondern kann auch zu gefährlichen Verkehrssituationen führen. Denke daran: Du bist es jahrelang gewohnt gewesen, dass die Lenkung leichtgängig ist und sofort reagiert. Durch Weiterfahren kann auch ein Folgeschaden an der Pumpe entstehen, wenn eine Undichtigkeit im Lenksystem das eigentliche Problem ist. Du solltest das Problem zeitnah in einer Werkstatt prüfen lassen!

 

Ist eine defekte Servopumpe TÜV-relevant?

Ja, wie du es dir anhand der vorherigen Frage „mit defekter Servopumpe weiterfahren?“ sicher schon denken kannst. Eine undichte Servopumpe bzw. ohne Funktion stellt einen erheblichen Mangel dar. Die Hauptuntersuchung kann mit defekter Servolenkung nicht bestanden werden.

 

Gewährleistung bei defekter Servopumpe?

Die gesetzliche Sachmängelhaftung kann sich auf einen Zeitraum von 2 Jahren beziehen. Entscheidend ist, was im Kaufvertrag konkret vereinbart wurde. Beim Privatkauf von Gebrauchtwagen ist ein Haftungsausschluss üblich, bei einem Händler fährst du insofern sicherer. Der Verkäufer hat in jedem Fall eine Offenbarungspflicht: Er darf bekannte Mängel nicht verschweigen.

Ob Händler- oder Gebrauchtwagengarantien auch für die Servopumpe gelten, ist eher unwahrscheinlich. Da es sich m ein Verschleißteil handelt, wird es im Regelfall von Garantieleistungen ausgenommen. Ein anderer Fall liegt aber vor, wenn nachweislich ein Materialfehler vorliegt.

defekte Servupumpe
 

Wie viel kostet der Wechsel einer defekten Servopumpe?

Wie viel der Wechsel einer defekten Servopumpe kostet, konkretisierst du am besten mit einem Kostenvoranschlag deiner Kfz-Werkstatt. Je nach Hersteller und Modell kann es zu einer großen Bandbreite zwischen etwa 500 und bis zu 1.000 Euro als Orientierung kommen. Es kommt auch auf das Fahrzeugalter und den Typ der verbauten Pumpe an: Während ältere Modelle mit Keilkippriemen ab 150 bis 150 Euro zu haben sind, kommen für elektrohydraulische Modelle schnell 450 bis weit über 1.000 Euro auf die Rechnung.

Hinzu kommen je nach Komplexität für den Wechsel Arbeitskosten zwischen 100 und 300 Euro. Auch neues Servoöl schlägt mit 20 bis 40 Euro auf die Rechnung. Der Austausch ist also nicht ganz billig, letztlich aber alternativlos: Ohne Servolenkung wirst du dein Auto sicherlich nicht dauerhaft bewegen können/ wollen.

 

Fazit: Autofahrer sind höchsten Komfort gewöhnt!

Das zeigt dieser Ratgeber zu einem Defekt an der Servolenkung exemplarisch in aller Deutlichkeit: Es wird jedem Autofahrer sofort auffallen, wenn die Lenkung sehr viel schwerer ist als vorher. Insofern kann ein Defekt eigentlich nicht unentdeckt bleiben. Die obigen Symptome dienen der Feindiagnose bzw. Suche nach Spuren im Motorraum.

Als zentrale Errungenschaft für den Komfort moderner Fahrzeuge wirst du an den Kosten für eine Erneuerung der Pumpe nicht vorbeikommen. Spätestens beim TÜV wird die Notwendigkeit auf dem Prüfbericht als erheblicher Mangel deutlich. Bis zum Termin der nächsten Hauptuntersuchung will aber bestimmt kein Autofahrer „Kraftsport“ hinter dem Lenkrad betreiben.

 
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