Die Lamb­da­son­de befin­det sich im Aus­puff von Fahr­zeu­gen und misst den Sauer­stoff­ge­halt im Abgas. Anhand des Wer­tes regu­liert die Motor­steue­rung das Kraft­stoff-Luft­ge­misch so, dass der Kata­ly­sa­tor den höchst­mög­li­chen Wir­kungs­grad zur Rei­ni­gung von Schad­stof­fen erzielt. In der Regel besteht die Lamb­da­son­de aus zwei Ein­hei­ten: Die soge­nann­te Regel­son­de, wel­che für die Motor­steue­rung zustän­dig ist, und die Dia­gno­se­son­de, wel­che hin­ter dem Kata­ly­sa­tor ver­baut ist und als Kon­trol­le der Abgas­wer­te fun­giert.

Ist die Lamb­da­son­de defekt, macht sich das durch ver­rin­ger­te Leis­tung und erhöh­ten Kraft­stoff­ver­brauch bemerk­bar. Wie du bemerkst, wenn was mit der Lamb­da­son­de nicht stimmt, wel­che Kos­ten für die Repa­ra­tur in der Werk­statt auf dich zukom­men oder wie du die Lamb­da­son­de ganz ein­fach selbst wech­seln kannst, erfährst du im Arti­kel.  

   

Was macht eine Lambdasonde?

Mit Hil­fe der Lamb­da­son­de errech­net die Motor­elek­tro­nik den Sauer­stoff­an­teil im Abgas. Der Gemi­sch­reg­ler kann so über die Ein­spritz­dau­er der Ein­spritz­ven­ti­le das Kraft­stoff-Luft-Ver­hält­nis zur Ver­bren­nung opti­mal ein­stel­len. Der Sauer­stoff­an­teil im Abgas soll­te mög­lichst bei Null lie­gen, da Sauer­stoff die Reduk­ti­on gif­ti­ger Stick­oxi­de zu Stick­stoff im Kata­ly­sa­tor ver­hin­dert. Inzwi­schen gibt es kei­nen Motor, der ohne die Son­de aus­kommt. Seit Beginn der 2000er Jah­re hielt die Lamb­da­son­de auch bei Die­sel­mo­to­ren Ein­zug und hilft auch dort, die gesetz­li­chen Emis­si­ons­wer­te ein­zu­hal­ten. Die­sel­mo­to­ren mit Lamb­da­son­den sind außer­dem bes­ser gegen Defek­te geschützt, da sich schäd­li­che Ver­bren­nun­gen im Schub­be­trieb des Fahr­zeugs erken­nen und abstel­len las­sen. Auch NOx-Spei­cher-Kata­ly­sa­to­ren über­wacht die Lamb­da-Son­de: Sie lie­fert Daten zur Steue­rung des Kata­ly­sa­tors, der in Inter­val­len rege­ne­riert wer­den muss, um sei­ne Spei­cher­wir­kung bei­zu­be­hal­ten.

 

Wie funktioniert die Lambdasonde?

Der Lamb­da­wert (λ) steht für das Ver­hält­nis zwi­schen Kraft­stoff und Luft. Ein Lamb­da­wert von eins (λ = 1) gilt als anzu­stre­ben­der Refe­renz­wert, auch als stö­chio­me­tri­sches Ver­hält­nis bezeich­net. Denn bei die­sem Ver­hält­nis ist genau die Men­ge an Sauer­stoff vor­han­den, die benö­tigt wird, um sämt­li­chen Kraft­stoff zu ver­bren­nen. Bei Super­ben­zin (95 Oktan) sind es pro Kilo­gramm Kraft­stoff 14,7 Kilo­gramm Luft. Ist im Abgas ein höhe­rer Sauer­stoff­ge­halt, han­delt es sich um ein mage­res Gemisch (λ > 1). Bei einem Kraft­stoff­über­schuss spricht man von einem fet­ten Gemisch (λ < 1).

Das Steu­er­ge­rät zielt dar­auf ab, das Kraft­stoff-Luft­ge­misch im idea­len Ver­hält­nis zu hal­ten. Die­ses befin­det sich bei Otto­mo­to­ren im soge­nann­ten „Lamb­da-Fens­ter“ (λ = 0,97 bis 1,03). Hier­durch erreicht der Kata­ly­sa­tor die maxi­ma­le Rei­ni­gungs­leis­tung. Das höchst­mög­li­che Dreh­mo­ment erreicht der Motor hin­ge­gen bei einem Lamb­da­wert von 0,85 (fet­tes Gemisch). Daher liegt der Lamb­da­wert zum Bei­spiel in Pha­sen der Beschleu­ni­gung außer­halb des Lamb­da-Fens­ters. Die­sel­mo­to­ren arbei­ten mit einem mage­ren Gemisch von λ = 1,3 bis
λ = 6. Einen direk­ten Ein­griff auf die ein­sprit­zen­de Kraft­stoff­men­ge hat die Lamb­da­son­de beim Die­sel­mo­tor übri­gens nicht. Statt­des­sen wirkt die Lamb­da­son­de beim Die­sel auf das AGR-Ven­til, wel­ches über die Abgas­rück­füh­rungs­ra­te das Kraft­stoff­ge­misch regu­liert.

 

Ursache und Symptome einer defekten Lambdasonde

Bei einem Defekt der Lamb­da­son­de gilt es, zwi­schen der Regel­son­de und der Dia­gno­se­son­de zu unter­schei­den. Nimmt die Regel­son­de direk­ten Ein­fluss auf die Motor­steue­rung, über­wacht die Dia­gno­se­son­de nur die Funk­ti­on des Kata­ly­sa­tors und zeigt daher bei einem Defekt nicht direk­te Sym­pto­me. Im Gegen­satz dazu lie­fert die Regel­son­de bei einem Defekt kei­ne kor­rek­ten Mess­wer­te mehr an das Steu­er­ge­rät. Die Fol­ge ist daher ent­we­der zu viel oder zu wenig Sauer­stoff im Abgas (zu fett oder zu mager). Aller­dings kön­nen die­se Sym­pto­me auch auf ande­re Feh­ler­quel­len im Motor hin­wei­sen. Bei eini­gen Moto­ren schal­tet sich bei einer defek­ten oder stark ver­schmutz­ten Lamb­da­son­de ein Not­lauf­pro­gramm ein. Die­ses soll den Motor und gleich­zei­tig die Umwelt schüt­zen. In den meis­ten Fäl­len leuch­tet dann die Motor­kon­troll­leuch­te auf, eine ent­spre­chen­de Mel­dung wird dann im Feh­ler­spei­cher der On-Board-Dia­gno­se hin­ter­legt.

Fol­gen­de Sym­pto­me kön­nen auf eine defek­te Regel­son­de hin­wei­sen:

• die Motor­leis­tung ist redu­ziert

• der Durch­zug beim Beschleu­ni­gen fehlt

• der Motor ruckelt

• der Kraft­stoff­ver­brauch ist erhöht

• die Abgas­emis­si­on ist erhöht

• der Aus­puff qualmt stark

• die Motor­kon­troll­leuch­te ist dau­er­haft an

Die Lamb­da­son­de an sich ist kein Ver­schleiß­teil. Aller­dings kön­nen ande­re Umstän­de dafür sor­gen, dass die­se Scha­den nimmt. Mit zuneh­men­der Lauf­leis­tung kann es vor­kom­men, dass immer unge­naue­re Wer­te an die Motor­steue­rung gesen­det wer­den. Bei einem erhöh­ten Kraft­stoff­ver­brauch und einer hohen Lauf­leis­tung soll­te eine defek­te oder zumin­dest ver­schmutz­te Lamb­da­son­de in Betracht gezo­gen wer­den. So kön­nen häu­fi­ge Kurz­stre­cken­fahr­ten zu einer beschleu­nig­ten che­mi­schen Alte­rung der Elek­tro­den füh­ren. Unter Umstän­den ist eine defek­te Lamb­da­son­de auch ein Indi­ka­tor für einen Scha­den am Motor, zum Bei­spiel wenn die Son­de durch ver­brann­tes Motor­öl beschä­digt wur­de. 

 


 

So prüfst du die Lambdasonde auf Fehler

Im ers­ten Schritt emp­fiehlt es sich, immer den Feh­ler­spei­cher aus­zu­le­sen. Ist die­se dort hin­ter­legt, ist das ein ers­tes Anzei­chen dafür, aber noch kein ein­deu­ti­ger Hin­weis auf einen Defekt. Eben­so könn­te die Lamb­da­son­de auf­grund eines feh­ler­haf­ten Bau­teils, wie einer undich­ten Ansaug­brü­cke, feh­ler­haf­te Daten erhal­ten und gibt dadurch unsin­ni­ge Wer­te an die Motor­elek­tro­nik wei­ter. Glei­ches gilt, wenn eine Ein­spritz­dü­se defekt ist. Schließt das Ven­til nicht mehr kor­rekt, gelangt mehr Kraft­stoff als gefor­dert in den Brenn­raum, das Gemisch wird zu fett. In die­sem Fall, oder wenn das Aus­le­sen des Feh­ler­spei­chers kein Ergeb­nis bringt, die Sym­pto­me aber auf einen Defekt der Lamb­da­son­de hin­deu­ten, soll­te die Werk­statt wei­te­re Mes­sun­gen durch­füh­ren.

Auch eine hap­ti­sche Unter­su­chung des Bau­teils weist  gege­be­nen­falls dar­auf hin, wor­in der Defekt liegt. Ähn­lich den Zünd­ker­zen, wei­sen Lamb­da­son­den bestimm­te Merk­ma­le auf, wel­che unter­schied­li­che Abnut­zung anzei­gen. Ein stark ver­ruß­tes Schutz­rohr weist zum Bei­spiel auf ein zu fet­tes Gemisch hin. Die Son­de muss in die­sem Fall getauscht, die Ursa­che für das zu fet­te Gemisch beho­ben wer­den. Hel­le Abla­ge­run­gen auf dem Schutz­rohr deu­ten dar­auf hin, dass der Motor Öl ver­brennt. Im schlimms­ten Fall han­delt es sich um defek­te Kol­ben­rin­ge oder aber der Tur­bo­la­der wird nicht mehr kor­rekt abge­dich­tet. Auch eine unsach­ge­mä­ße Mon­ta­ge kann die Lamb­da­son­de der­art beschä­di­gen, dass eine ein­wand­freie Arbeits­wei­se nicht mehr gewähr­leis­tet ist. 

 

Defekte Lambdasonde von der Werkstatt erneuern lassen

Lamb­da­son­den sind meist ein­fach aus­zu­tau­schen. Aller­dings kann die Ana­ly­se Zeit in Anspruch neh­men. Bei einem guten Zugang zur Lamb­da­son­de dau­ert der Tausch meist weni­ger als eine hal­be Stun­de. Vor Beginn der Arbei­ten muss aber die Aus­puff­an­la­ge etwas abge­kühlt sein. Es emp­fiehlt sich, die Lamb­da­son­de im war­men Zustand her­aus­zu­dre­hen. Die neue soll­te im kal­ten Zustand ein­ge­dreht wer­den. Wer die Arbeit sel­ber durch­füh­ren möch­te, soll­te beim Aus­bau hit­ze­re­sis­ten­te Hand­schu­he tra­gen. Vor dem Ein­bau wird außer­dem eine Hoch­tem­pe­ra­tur­pas­te auf das Gewin­de auf­ge­tra­gen. Die Pas­te beugt dem Fest­bren­nen und Fest­fres­sen vor, erleich­tert damit das künf­ti­ge Lösen und macht die Son­de somit auch wie­der­ver­wend­bar. Bei älte­ren Fahr­zeu­gen kann es vor­kom­men, dass die Lamb­da­son­de in den Aus­puff förm­lich ein­ge­brannt ist. Dann ist der Aus­tausch deut­lich anspruchs­vol­ler. Es kann sogar sein, dass Tei­le der Aus­puff­an­la­ge getauscht wer­den müs­sen.

 


 

Kosten für den Wechsel der Lambdasonde in der Werkstatt

Die Prei­se für eine neue Lamb­da­son­de, bestehend aus Regel- und Dia­gno­se­son­den, lie­gen zwi­schen 50 und 200 Euro. Hin­zu kom­men die Kos­ten für die Aus­wer­tung der Feh­ler und die Arbeits­zeit, wel­che sich zusätz­lich auf 50 bis 250 Euro belau­fen. 

 

Kostenbeispiele für den Wechsel von defekten Lambdasonden anhand gängiger Fahrzeugmodelle

Alle oben genann­ten Prei­se für den Wech­sel der Lamb­da­son­de sind Richt­wer­te (Arbeits­kos­ten und Teil­prei­se) inklu­si­ve der Mehr­wert­steu­er. Die­se kön­nen je nach Regi­on und Fahr­zeug­mo­dell abwei­chen. Die genau­en Kos­ten für dein Fahr­zeug in dei­ner Regi­on las­sen sich bei Autoreparaturen.de indi­vi­du­ell kal­ku­lie­ren.

 

Lambdasonde selbst wechseln – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Bist du ein wenig hand­werk­lich begabt und mit Auto­bau­tei­len ver­traut, kannst du die Lamb­da­son­de auch selbst wech­seln. Wie das geht, erklä­ren wir dir in einer Schritt-für-Schritt-Anlei­tung:

  1. Im ers­ten Schritt muss das Fahr­zeug ange­ho­ben wer­den, ent­we­der mit einer Hebe­büh­ne oder einem Wagen­he­ber und einer Siche­rung. 
  2. Jetzt die schwar­ze Schutz­hau­be der Lamb­da­son­de loka­li­sie­ren und abzie­hen.
  3. Dafür benö­tigst du eine 1/4-Zoll-Knar­re, eine 1/4-Zoll-Ver­län­ge­rung und eine Steck­nuss in der Grö­ße 10.
  4. Jetzt bei­de M6-Mut­tern abschrau­ben.
  5. Anschlie­ßend den Ste­cker der Lamb­da­son­de lösen und tren­nen. Sitzt die Lamb­da­son­de sehr fest, kann ein Ring­schlüs­sel ver­wen­det wer­den, um die­se zu lösen.
  6. Die jetzt locke­re Lamb­da­son­de ent­fer­nen.
  7. Neue Son­de aus­pa­cken und den Trans­port­schutz ent­fer­nen.
  8. Nun die neue Son­de vor­sich­tig ein­schrau­ben und den Ste­cker ver­bin­den. 
  9. Schutz­ab­de­ckung wie­der mon­tie­ren.
  10. Jetzt muss nur noch der Feh­ler­spei­cher des Wagens gelöscht wer­den.