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Lambdasonde defekt: Kosten für Reparatur und Anleitung zum selber Wechseln!

Die Lambdasonde befindet sich im Auspuff von Fahrzeugen und misst den Sauerstoffgehalt im Abgas. Anhand des Wertes reguliert die Motorsteuerung das Kraftstoff-Luftgemisch so, dass der Katalysator den höchstmöglichen Wirkungsgrad zur Reinigung von Schadstoffen erzielt. In der Regel besteht die Lambdasonde aus zwei Einheiten: Die sogenannte Regelsonde, welche für die Motorsteuerung zuständig ist, und die Diagnosesonde, welche hinter dem Katalysator verbaut ist und als Kontrolle der Abgaswerte fungiert.

Ist die Lambdasonde defekt, macht sich das durch verringerte Leistung und erhöhten Kraftstoffverbrauch bemerkbar. Wie du bemerkst, wenn was mit der Lambdasonde nicht stimmt, welche Kosten für die Reparatur in der Werkstatt auf dich zukommen oder wie du die Lambdasonde ganz einfach selbst wechseln kannst, erfährst du im Artikel.  

  

Was macht eine Lambdasonde?

Mit Hilfe der Lambdasonde errechnet die Motorelektronik den Sauerstoffanteil im Abgas. Der Gemischregler kann so über die Einspritzdauer der Einspritzventile das Kraftstoff-Luft-Verhältnis zur Verbrennung optimal einstellen. Der Sauerstoffanteil im Abgas sollte möglichst bei Null liegen, da Sauerstoff die Reduktion giftiger Stickoxide zu Stickstoff im Katalysator verhindert. Inzwischen gibt es keinen Motor, der ohne die Sonde auskommt. Seit Beginn der 2000er Jahre hielt die Lambdasonde auch bei Dieselmotoren Einzug und hilft auch dort, die gesetzlichen Emissionswerte einzuhalten. Dieselmotoren mit Lambdasonden sind außerdem besser gegen Defekte geschützt, da sich schädliche Verbrennungen im Schubbetrieb des Fahrzeugs erkennen und abstellen lassen. Auch NOx-Speicher-Katalysatoren überwacht die Lambda-Sonde: Sie liefert Daten zur Steuerung des Katalysators, der in Intervallen regeneriert werden muss, um seine Speicherwirkung beizubehalten.

 

Wie funktioniert die Lambdasonde?

Der Lambdawert (λ) steht für das Verhältnis zwischen Kraftstoff und Luft. Ein Lambdawert von eins (λ = 1) gilt als anzustrebender Referenzwert, auch als stöchiometrisches Verhältnis bezeichnet. Denn bei diesem Verhältnis ist genau die Menge an Sauerstoff vorhanden, die benötigt wird, um sämtlichen Kraftstoff zu verbrennen. Bei Superbenzin (95 Oktan) sind es pro Kilogramm Kraftstoff 14,7 Kilogramm Luft. Ist im Abgas ein höherer Sauerstoffgehalt, handelt es sich um ein mageres Gemisch (λ > 1). Bei einem Kraftstoffüberschuss spricht man von einem fetten Gemisch (λ < 1).

Das Steuergerät zielt darauf ab, das Kraftstoff-Luftgemisch im idealen Verhältnis zu halten. Dieses befindet sich bei Ottomotoren im sogenannten "Lambda-Fenster" (λ = 0,97 bis 1,03). Hierdurch erreicht der Katalysator die maximale Reinigungsleistung. Das höchstmögliche Drehmoment erreicht der Motor hingegen bei einem Lambdawert von 0,85 (fettes Gemisch). Daher liegt der Lambdawert zum Beispiel in Phasen der Beschleunigung außerhalb des Lambda-Fensters. Dieselmotoren arbeiten mit einem mageren Gemisch von λ = 1,3 bis
λ = 6. Einen direkten Eingriff auf die einspritzende Kraftstoffmenge hat die Lambdasonde beim Dieselmotor übrigens nicht. Stattdessen wirkt die Lambdasonde beim Diesel auf das AGR-Ventil, welches über die Abgasrückführungsrate das Kraftstoffgemisch reguliert.

 

Ursache und Symptome einer defekten Lambdasonde

Bei einem Defekt der Lambdasonde gilt es, zwischen der Regelsonde und der Diagnosesonde zu unterscheiden. Nimmt die Regelsonde direkten Einfluss auf die Motorsteuerung, überwacht die Diagnosesonde nur die Funktion des Katalysators und zeigt daher bei einem Defekt nicht direkte Symptome. Im Gegensatz dazu liefert die Regelsonde bei einem Defekt keine korrekten Messwerte mehr an das Steuergerät. Die Folge ist daher entweder zu viel oder zu wenig Sauerstoff im Abgas (zu fett oder zu mager). Allerdings können diese Symptome auch auf andere Fehlerquellen im Motor hinweisen. Bei einigen Motoren schaltet sich bei einer defekten oder stark verschmutzten Lambdasonde ein Notlaufprogramm ein. Dieses soll den Motor und gleichzeitig die Umwelt schützen. In den meisten Fällen leuchtet dann die Motorkontrollleuchte auf, eine entsprechende Meldung wird dann im Fehlerspeicher der On-Board-Diagnose hinterlegt.

Folgende Symptome können auf eine defekte Regelsonde hinweisen:

• die Motorleistung ist reduziert

• der Durchzug beim Beschleunigen fehlt

• der Motor ruckelt

• der Kraftstoffverbrauch ist erhöht

• die Abgasemission ist erhöht

• der Auspuff qualmt stark

• die Motorkontrollleuchte ist dauerhaft an

Die Lambdasonde an sich ist kein Verschleißteil. Allerdings können andere Umstände dafür sorgen, dass diese Schaden nimmt. Mit zunehmender Laufleistung kann es vorkommen, dass immer ungenauere Werte an die Motorsteuerung gesendet werden. Bei einem erhöhten Kraftstoffverbrauch und einer hohen Laufleistung sollte eine defekte oder zumindest verschmutzte Lambdasonde in Betracht gezogen werden. So können häufige Kurzstreckenfahrten zu einer beschleunigten chemischen Alterung der Elektroden führen. Unter Umständen ist eine defekte Lambdasonde auch ein Indikator für einen Schaden am Motor, zum Beispiel wenn die Sonde durch verbranntes Motoröl beschädigt wurde. 

 

 

So prüfst du die Lambdasonde auf Fehler

Im ersten Schritt empfiehlt es sich, immer den Fehlerspeicher auszulesen. Ist diese dort hinterlegt, ist das ein erstes Anzeichen dafür, aber noch kein eindeutiger Hinweis auf einen Defekt. Ebenso könnte die Lambdasonde aufgrund eines fehlerhaften Bauteils, wie einer undichten Ansaugbrücke, fehlerhafte Daten erhalten und gibt dadurch unsinnige Werte an die Motorelektronik weiter. Gleiches gilt, wenn eine Einspritzdüse defekt ist. Schließt das Ventil nicht mehr korrekt, gelangt mehr Kraftstoff als gefordert in den Brennraum, das Gemisch wird zu fett. In diesem Fall, oder wenn das Auslesen des Fehlerspeichers kein Ergebnis bringt, die Symptome aber auf einen Defekt der Lambdasonde hindeuten, sollte die Werkstatt weitere Messungen durchführen.

Auch eine haptische Untersuchung des Bauteils weist  gegebenenfalls darauf hin, worin der Defekt liegt. Ähnlich den Zündkerzen, weisen Lambdasonden bestimmte Merkmale auf, welche unterschiedliche Abnutzung anzeigen. Ein stark verrußtes Schutzrohr weist zum Beispiel auf ein zu fettes Gemisch hin. Die Sonde muss in diesem Fall getauscht, die Ursache für das zu fette Gemisch behoben werden. Helle Ablagerungen auf dem Schutzrohr deuten darauf hin, dass der Motor Öl verbrennt. Im schlimmsten Fall handelt es sich um defekte Kolbenringe oder aber der Turbolader wird nicht mehr korrekt abgedichtet. Auch eine unsachgemäße Montage kann die Lambdasonde derart beschädigen, dass eine einwandfreie Arbeitsweise nicht mehr gewährleistet ist. 

 

Defekte Lambdasonde von der Werkstatt erneuern lassen

Lambdasonden sind meist einfach auszutauschen. Allerdings kann die Analyse Zeit in Anspruch nehmen. Bei einem guten Zugang zur Lambdasonde dauert der Tausch meist weniger als eine halbe Stunde. Vor Beginn der Arbeiten muss aber die Auspuffanlage etwas abgekühlt sein. Es empfiehlt sich, die Lambdasonde im warmen Zustand herauszudrehen. Die neue sollte im kalten Zustand eingedreht werden. Wer die Arbeit selber durchführen möchte, sollte beim Ausbau hitzeresistente Handschuhe tragen. Vor dem Einbau wird außerdem eine Hochtemperaturpaste auf das Gewinde aufgetragen. Die Paste beugt dem Festbrennen und Festfressen vor, erleichtert damit das künftige Lösen und macht die Sonde somit auch wiederverwendbar. Bei älteren Fahrzeugen kann es vorkommen, dass die Lambdasonde in den Auspuff förmlich eingebrannt ist. Dann ist der Austausch deutlich anspruchsvoller. Es kann sogar sein, dass Teile der Auspuffanlage getauscht werden müssen.

 

 

Kosten für den Wechsel der Lambdasonde in der Werkstatt

Die Preise für eine neue Lambdasonde, bestehend aus Regel- und Diagnosesonden, liegen zwischen 50 und 200 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Auswertung der Fehler und die Arbeitszeit, welche sich zusätzlich auf 50 bis 250 Euro belaufen. 

 

Kostenbeispiele für den Wechsel von defekten Lambdasonden anhand gängiger Fahrzeugmodelle

Alle oben genannten Preise für den Wechsel der Lambdasonde sind Richtwerte (Arbeitskosten und Teilpreise) inklusive der Mehrwertsteuer. Diese können je nach Region und Fahrzeugmodell abweichen. Die genauen Kosten für dein Fahrzeug in deiner Region lassen sich bei Autoreparaturen.de individuell kalkulieren.

 

Lambdasonde selbst wechseln – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Bist du ein wenig handwerklich begabt und mit Autobauteilen vertraut, kannst du die Lambdasonde auch selbst wechseln. Wie das geht, erklären wir dir in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Im ersten Schritt muss das Fahrzeug angehoben werden, entweder mit einer Hebebühne oder einem Wagenheber und einer Sicherung. 
  2. Jetzt die schwarze Schutzhaube der Lambdasonde lokalisieren und abziehen.
  3. Dafür benötigst du eine 1/4-Zoll-Knarre, eine 1/4-Zoll-Verlängerung und eine Stecknuss in der Größe 10.
  4. Jetzt beide M6-Muttern abschrauben.
  5. Anschließend den Stecker der Lambdasonde lösen und trennen. Sitzt die Lambdasonde sehr fest, kann ein Ringschlüssel verwendet werden, um diese zu lösen.
  6. Die jetzt lockere Lambdasonde entfernen.
  7. Neue Sonde auspacken und den Transportschutz entfernen.
  8. Nun die neue Sonde vorsichtig einschrauben und den Stecker verbinden. 
  9. Schutzabdeckung wieder montieren.
  10. Jetzt muss nur noch der Fehlerspeicher des Wagens gelöscht werden.

 

 

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