Die Brem­sen gehö­ren zu den wich­tigs­ten Sicher­heits­ein­rich­tun­gen im Fahr­zeug: Rund zehn Pro­zent der Unfäl­le in den Win­ter­mo­na­ten basie­ren auf tech­ni­schen Män­geln wie defek­ten Brem­sen oder einem zu gerin­gen Rei­fen­pro­fil. Wenn Brem­sen quiet­schen, dann kann dies auf einen Man­gel hin­wei­sen – recht­zei­ti­ges Han­deln ist erfor­der­lich. Wir infor­mie­ren Sie über mög­li­che Ursa­chen und Lösungs­we­ge. Nicht immer muss ein Defekt vor­lie­gen, jedoch ist die sofor­ti­ge Ursa­chen­ab­klä­rung not­wen­dig.

Die Brem­sen quiet­schen? Wir ver­ra­ten Ihnen, was dahin­ter ste­cken könn­te und ob Sie die Fahrt in die Werk­statt antre­ten müs­sen (Quel­le Bild: Yves Damin/adobe.stock.com)

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Wenn die Bremsen quietschen

Gene­rell gilt: Die Wahr­schein­lich­keit für das Quiet­schen ist bei Schei­ben­brem­sen grö­ßer als bei Trom­mel­brem­sen. Eine mög­li­che Ursa­che ist unsau­ber anlie­gen­der Brems­be­lag. Eben­so ist es mög­lich, dass sich Brems­staub auf den Brem­sen ansam­melt. Wird der Wagen län­ge­re Zeit nicht gewa­schen, lagert sich Brems­staub ab. Auto­fah­rer müs­sen das Geräusch genau ana­ly­sie­ren: Sind die Belä­ge abge­fah­ren, ent­steht ein schlei­fen­der und dump­fer Ton. Ein kla­res Quiet­schen hat zumeist einen harm­lo­se­ren Ursprung. Bei­spiels­wei­se kann es sich um neue Brem­sen han­deln oder Brems­staub ist schuld. Ist die Brems­wir­kung nicht mehr zu 100 Pro­zent gege­ben, da sich bei­spiels­wei­se Dreck zwi­schen Brems­schei­be und Belag abge­setzt hat, ver­län­gert sich der Brems­weg. Reibt sich der Schmutz an den Schei­ben, dann nut­zen sich die­se schnel­ler ab, oft­mals sogar ungleich­mä­ßig.

Neue Bremsen quietschen – Ursachen und Lösungen

Das Fahr­zeug ist frisch repa­riert und die Brem­sen quiet­schen? In die­sem Fall kann ein Ein­bau­feh­ler vor­lie­gen, der in einer Fach­werk­statt abge­klärt wer­den muss. Die Brem­sen quiet­schen, wenn Brems­klöt­ze und Brems­schei­be nicht opti­mal mit­ein­an­der har­mo­nie­ren. Haben Sie die Belä­ge aus­tau­schen las­sen, die Brems­schei­be ist jedoch nicht ersetzt wor­den, dann müs­sen die Mecha­ni­ker die Klötz­chen anschlei­fen. Die Schei­ben wei­sen bereits Ver­schleiß auf, wes­we­gen die neu­en Klötz­chen ein Quiet­schen erzeu­gen kön­nen. Die Gleit­fä­hig­keit kann zudem durch Zink­pas­te ver­bes­sert wer­den. Ver­ges­sen die Mecha­ni­ker, beim Wech­sel Zink­pas­te auf­zu­tra­gen, macht sich dies spä­ter durch Quiet­schen bemerk­bar.

Umgang mit neuen Bremsen

Nicht immer muss ein Feh­ler zugrun­de lie­gen, wenn die neu­en Brem­sen quiet­schen. Auf den ers­ten Kilo­me­tern nach dem Wech­sel der Brem­sen ist das rich­ti­ge Fahr­ver­hal­ten beson­ders wich­tig. Die Auto­fah­rer müs­sen die neu­en Brem­sen ein­fah­ren, die sofor­ti­ge Voll­brem­sung ist nach Mög­lich­keit zu ver­mei­den. Sach­tes Brem­sen sorgt dafür, dass sich die Brems­schei­be und die Belä­ge anpas­sen und opti­mal grei­fen. Star­ten Sie mit einer star­ken Voll­brem­sung, kön­nen sich die Brems­schei­ben ver­zie­hen, die Reib­flä­chen ver­än­dern sich und die Brem­sen kön­nen quiet­schen.

Der Einbau von unpassenden Teilen führt zum Quietschen

Die aus­ge­wähl­ten Belä­ge müs­sen mit dem Brems­sys­tem des Fahr­zeugs kom­pa­ti­bel sein. Ist dies nicht der Fall, dann tre­ten Stö­run­gen auf, die sich unter ande­rem in Form eines Quiet­schens äußern kön­nen. Pro­ble­me ent­ste­hen zum einen, wenn unpas­sen­de Bau­tei­le aus­ge­wählt wer­den, aber auch, wenn die Qua­li­tät der Belä­ge nicht aus­rei­chend ist. Wir emp­feh­len gene­rell, Ori­gi­nal­tei­le für den Wech­sel zu ver­wen­den. Eine Fach­werk­statt berät Sie zur Aus­wahl der Belä­ge und der Brems­schei­ben, die vom Fahr­zeug­mo­dell abhängt.

Langes Stehen schadet dem Bremssystem

Nut­zen Sie das Auto über einen län­ge­ren Zeit­raum nicht und steht es bei­spiels­wei­se in der Gara­ge, sam­meln sich auf den Belä­gen Staub und Schmutz an. Ein typi­sches Bei­spiel sind Som­mer­au­tos, die von ihren Besit­zern nur in der war­men Jah­res­zeit gefah­ren wer­den. Nach dem Win­ter haben sich auf den Brems­be­lä­gen Abla­ge­run­gen ange­sam­melt, die zum Quiet­schen füh­ren. Eine wei­te­re Gefahr ist die Rost­bil­dung. Han­delt es sich um klei­ne Rost­fle­cken, dann kann das Ein­fah­ren der Brem­sen das Pro­blem behe­ben. Die Auto­fah­rer müs­sen die Brem­sen behut­sam ein­fah­ren und am Anfang dür­fen sie nur leicht abbrem­sen. Die Rost­par­ti­kel soll­ten in die­ser Wei­se lang­sam abge­tra­gen wer­den.

Das Verglasen als Ursache für das Quietschen der Bremsen

Über­hit­zen die Brem­sen stark, steigt die Gefahr für Beschä­di­gun­gen. Bei einer extre­men Voll­brem­sung kön­nen die Belä­ge bezie­hungs­wei­se die Brems­ba­cken und die Schei­ben ver­gla­sen. Die Brems­schei­be kann sich so ver­zie­hen. Die Kon­se­quenz ist, dass der Brems­be­lag nicht mehr kor­rekt auf der Brems­schei­be auf­liegt. Die Repa­ra­tur ist nur in Form des Aus­tauschs der Bau­tei­le mög­lich.

 

Quiet­schen die Brem­sen oder ent­ste­hen ande­re Geräu­sche beim Tritt auf die Brem­se, kann das die ver­schie­dens­ten Ursa­chen haben. (Quel­le Bild: rukawajung/adobe.stock.com)

 

Muss ich sofort in die Werkstatt fahren?

Das Quiet­schen der Brem­sen kann harm­lo­se, aber auch gefähr­li­che Grün­de haben. Aus Sicher­heits­grün­den ist zu emp­feh­len, die Grün­de für das Quiet­schen in einer Fach­werk­statt abklä­ren zu las­sen. Wur­den neue Brem­sen ver­baut, dann ist es nicht unge­wöhn­lich, wenn die Brem­sen auf den ers­ten 100 Kilo­me­tern quiet­schen. Hält das Quiet­schen län­ger an, steigt die Wahr­schein­lich­keit für ein behand­lungs­be­dürf­ti­ges Pro­blem. Da sich Defek­te nicht aus­schlie­ßen las­sen, soll­te stets zuerst eine Fach­werk­statt kon­tak­tiert wer­den.

Welche Kosten entstehen durch die Reparatur?

Die Preis­span­ne beim Wech­sel der Brems­be­lä­ge reicht von etwa 100 bis 340 Euro. Ein wich­ti­ger Ein­fluss­fak­tor auf die Kos­ten ist das Fahr­zeug­mo­dell. Für Klein­wa­gen ist die Repa­ra­tur in der Regel güns­ti­ger als für einen kraft­vol­len und sport­li­chen Gelän­de­wa­gen. Um ein gleich­mä­ßi­ges Brems­ver­hal­ten zu erzeu­gen, muss stets an bei­den Sei­ten einer Ach­se der Brems­be­lag aus­ge­wech­selt wer­den. Der Zeit­auf­wand beträgt rund 60 Minu­ten pro Ach­se. Der Wech­sel der Brems­schei­ben ver­ur­sacht cir­ca 400 € bis 500 € Repa­ra­tur­kos­ten. Der Preis beinhal­tet die Repa­ra­tur an bei­den Sei­ten der Ach­se sowie der Wech­sel des Brems­be­lags. Da alter Brems­be­lag die neue Brems­schei­be sofort ungleich­mä­ßig abnut­zen wür­de, ist der Aus­tausch der Belä­ge erfor­der­lich.

Das Fahrverhalten entscheidet: Die Frequenz für den Wechsel der Bremsbeläge

In wel­chen Abstän­den Auto­fah­rer die Belä­ge erneu­ern müs­sen, hängt vor allem vom Fahr­ver­hal­ten ab. Benut­zen Sie die Brem­se häu­fig und brem­sen abrupt ab, erhöht sich der Ver­schleiß. Vor­aus­schau­en­des Fah­ren redu­ziert den Ver­schleiß, obgleich er nicht ver­hin­dert wer­den kann. Im Gebir­ge und auf unbe­fes­tig­ten Stra­ßen ist die Belas­tung für das Brems­sys­tem beson­ders groß – hier erhöht sich der Ver­schleiß. Im Ide­al­fall beträgt die Fre­quenz für den Wech­sel der Belä­ge etwa 100.000 Kilo­me­ter.

Die Symptome für Defekte an der Bremsanlage

Das Quiet­schen ist ein ers­tes Sym­ptom, das die Auf­merk­sam­keit des Auto­fah­rers erregt. Nun gilt es, das Fahr­zeug und sein Ver­hal­ten genau zu ana­ly­sie­ren: Sind die Brem­sen funk­ti­ons­tüch­tig? Bemer­ken Sie Funk­ti­ons­be­ein­träch­ti­gun­gen? Lässt die Brems­wir­kung nach? Vie­le moder­ne Auto­mo­bi­le ver­fü­gen über Ver­schleiß­an­zei­gen im Cock­pit. Ein Sen­sor misst, ob die Belä­ge noch aus­rei­chend dick sind. An den Belä­gen selbst kann eine far­bi­ge Ver­schleiß­mar­kie­rung vor­han­den sein. Sie zeigt an, ob die Mini­mal­gren­ze für die erfor­der­li­che Dicke der Belä­ge erreicht ist. Die meis­ten Her­stel­ler geben emp­foh­le­ne Inter­val­le für Inspek­tio­nen der Brems­an­la­ge an, bei­spiels­wei­se ein­mal jähr­lich oder alle 30.000 Kilo­me­ter. Im Rah­men die­ser Inspek­tio­nen über­prü­fen die KFZ-Mecha­tro­ni­ker die Brem­sen.

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